Von spektakulären Salzlagunen und super schönen Kitespots (23)

(Kommentare: 1)

14.10.- 30.10.2023 (175. - 191. Reisetag)

Auf dem Weg zur Shark Bay kommen wir zuerst an Salzfeldern und dann an den Quobba Blow Holes vorbei.

Die Salzfelder hat Uwe bei Googlemaps in den Satellitenbildern gefunden. Wir suchen einen Weg, um dort nah ranzukommen. Dies gelingt uns und trotz des starken Windes, machen wir sehr schöne Fotos. Da Sonntag ist, sehen wir auch keine Mitarbeiter. Wahrscheinlich hat es versicherungsrechtliche Gründe, dass sie keine firmenfremden Menschen auf dem Gelände haben wollen.


Zu den Blow Holes ist es von hier nicht mehr weit. Hier drücken die Wellen das Meerwasser durch Höhlen und Löcher in die Felsen, so dass es durch andere Löcher nach oben wieder herausgepresst wird und fontänenartig spritzt. Bei Hochwasser ist das extrem eindrucksvoll. Man bekommt es leicht hin, eine satte Dusche zu bekommen. Ein absolut starkes Schauspiel!!

Der Campground dort gefällt uns gut, weil man hinter den Dünen nah am Strand steht. Das ist aber schon alles, was einem außer der umwerfenden, landschaftlichen Schönheit geboten wird. Wir genießen diese Gegend sehr und bleiben noch eine weitere Nacht dort. Es ist einfach zu schön.

Auf der Weiterfahrt ruckelt der Rockhopper komisch. Es fühlt sich an, als sei etwas mit den Reifen nicht in Ordnung. Uwe beschließt daraufhin, dass wir sie mal wieder ihren Platz wechseln lassen, damit sie gleichmäßig abgefahren werden. Das ist so alle 10.000 km fällig. Wir finden schnell einen Reifenspezialisten in Carnavon, der preiswert und sehr schnell ist. Leider ist das Ruckeln danach nicht weg.

Wir fahren auf einer dieser ewig langen, langweiligen Überlandstraßen. Die Außentemperatur beträgt 44°C. Schön, dass wir auch vorne eine Klimaanlage haben. Plötzlich gibt es einen stärkeren Ruck, begleitet von einem dunklen und lauten Geräusch. Uwe bremst und lenkt das Auto ruhig an die Seite. Ihm ist sofort klar, dass ein Reifen geplatzt ist. Er macht sich daran, das Werkzeug auszupacken, während ich mich ca. 100 m hinter das Auto an die Straße stelle, um den nachfolgenden Verkehr zu verlangsamen und zu warnen. Dies ist besonders für die Roadtrains wichtig, die ja sehr schnell und schwer sind. Es gelingt ihnen nicht, ihr Gefährt schnell zum Stehen zu bringen.

Jetzt zeigt sich wieder die Hilfsbereitschaft der Australier. Fast jedes Auto bleibt stehen und fragt, ob wir Hilfe brauchen. Mir wird mehrfach Wasser angeboten. Uwe erhält Hilfe von einem Mann, der gleich einen Schlagschrauber zum Lösen der Schrauben hervorzieht. Aus einem weiteren Auto steigt ein Paar, von denen der Mann gleich zupackt und die Frau kommt mit einer großen Wasserflasche zu mir. Sie bringt mir später sogar noch Sonnenschutzcreme und wir unterhalten uns angeregt. Nach ungefähr einer halben Stunde ist der Reifen gewechselt, alles Werkzeug und der kaputte Reifen weggepackt und wir sind wieder startklar. Danke an alle, die uns so schnell und selbstlos geholfen haben.


Jetzt geht es weiter in das UNESCO Welterbe Shark Bay. Wir wollen unbedingt die schönen Salzfeldfotos machen, die Uwe im Internet entdeckt hat. Deshalb fahren wir in Richtung Useless Loop. Die Straße ist größtenteils wieder sehr nervig, da das Wellblech hart ist und man jede Bodenwelle im gesamten Auto spürt. Es ist später geworden als gewollt und wir fahren die Straße, an deren Beginn steht, dass sie nur für authorisierte Besucher erlaubt ist, trotzdem weiter. Kurz vor dem Ziel kommt dann ein Schild, das jedem Menschen ohne Permit ein Verfahren androht. Das schreckt uns dann doch ab und wir wenden und fahren eine andere kleinere Straße lang.

Aber auch hier geht es nicht weiter. An einem gut eingezäunten Wasserlauf halten wir an und beschließen, hier die Nacht zu verbringen. Weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen.

Aber so schnell geben wir ja nicht auf.

Lange vor Sonnenaufgang machen wir uns auf, andere zugängliche Salzfelder zu suchen. Wir machen dort mit unseren Drohnen einige eindrucksvoller Fotos. Auch von den Sanddünen gelingen uns ein paar schöne Bilder.


Den Nachmittag und die folgende Nacht verbringen wir auf dem Weg nach Denham, dem Touristenstädtchen in der Shark Bay, auf einem Campground namens Goulet Bluff. Hier finden sich etliche Kiter ein und Uwe ist hoch erfreut, endlich Sportkumpane gefunden zu haben. Schnell sind die Kitesachen ausgepackt und er verschwindet für einige Zeit auf dem Meer. Das macht ihn richtig glücklich.

Zwischendurch versucht Uwe immer wieder, ein Permit für die Salzminen zu erhalten. Die kleine Ortschaft, die dort mittendrin liegt, wird aber völlig von der Außenwelt abgeschirmt. Selbst im Visitorcenter in Denham können sie uns nicht sagen, weshalb das so ist. Nicht einmal die Einheimischen des Ortes können dort hin. Geheimnisvoll, oder?

Interessanterweise kann man aber darüber fliegen. Das kostet natürlich viel Geld, aber wir machen es trotzdem. Morgens haben wir in Denham die deutschen Jungs wieder getroffen und Uwe bietet ihnen mit viel Engagement eine seiner Drohnen an. Sie schwanken sehr. Um ein besseres Gefühl dazu zu bekommen, verabreden wir uns für den Abend, um gemeinsam zu einer sehr schönen Drohnenlocation zu fahren. Doch vorher findet unser Flug statt, bei dem wir mit ausgebauten Türen fliegen werden. Anders als in Brasilien wird man hier doppelt festgeschnallt, so dass man wirklich nicht aus dem Flugzeug stürzen kann. Der Flug dauert ca. 1 ¼ Stunden und ist super eindrucksvoll. Unser Pilot weiß sehr, sehr viel über Fotografie und über die Gegend hier. Er fliegt absolut sicher und dreht in jede erdenkliche Richtung sanfte Kurven, die meinem Magen dennoch einige Schwierigkeiten bereiten. Zum Glück kann ich mich zusammenreißen und spucke nicht. Wenn ich mich stark auf die Fotografie konzentriere, geht es meistens. Die Salzlandschaft ist absolut faszinierend und der Abstecher über den Francois Peron NP ebenfalls. Wir sind rundum begeistert. Sven, der vorn sitzt, und für den es der erste Flug dieser Art ist, ist auch auf Wolke sieben. Ihm hat alles super gefallen und das, obwohl er nur ein Handy für die Fotos hatte.


Der Pilot gibt uns noch viele Tipps, wie man an andere spannende Stellen kommt und dort mit der Drohne fliegen kann. Einen davon setzen wir gleich an diesem Abend um. Mit beiden Autos fahren wir eine sehr sandige und lange Piste in Richtung am Meer, wo wir übernachten.

Da wir jetzt direkt am Strand weiterfahren müssen, schlafen wir erstmal und nehmen den aufregenden Teil der Tour erst am frühen Morgen in Angriff.

Es geht erstaunlich gut. Beide Autos fahren souverän durch den Sand. Da Niedrigwasser ist kann man die Steine bzw. die extrem sandigen Stellen gut umfahren. Angekommen frühstücken wir gemeinsam und dann geht es los. Die Jungs bekommen eine Einführung ins Drohne fliegen und sind ganz gespannt. Sie hören gut zu, fragen und probieren aus. Uwe ist ihnen stets zur Seite, um im Notfall eingreifen zu können. Wir fliegen über türkis blaues Wasser, dass hier zwischen den Sandbänken durchfließt. Wunderschön klar und hell sieht es aus. Nachdem die Akkus leer sind und jeder der 3 geflogen ist, wandern wir ca. 800 Meter durch das Watt und kommen bei unserem Fotomotiv an. Es lädt uns alle zum Schwimmen ein.  Die Strömung ist recht stark, zieht aber in die richtige Richtung. Im sehr salzigen, angenehm kühlen Wasser wird man getragen und so genießen wir den Flow und lassen uns treiben.


Die Rückfahrt gelingt zum Glück genauso reibungslos, obwohl eine sandige Auffahrt etwas Spannung mit sich bringt. Ich laufe vor, um alles zu dokumentieren. Der Sand ist höllisch heiß und meine Füße sind durch die Flip Flops nur unzureichend geschützt. Als die Autos dann hochfahren, sieht alles – wie so oft – etwas unspektakulär aus. Der Rockhopper hat sich wieder bewährt, wohl aber an einer Stelle etwas geschwächelt, was ihn aber nicht gehindert hat, gut oben anzukommen.

Nach diesen intensiven Tagen finden wir uns abends im Francois Peron NP auf dem Big Lagoon Campground wieder. Auch hier gelingen uns faszinierende Drohnenaufnahmen der farbintensiven Landschaft.


Am nächsten Tag sind Uwe und ich etwas unentschlossen, ob wir die anderen Highlights des Nationalparks noch anschauen wollen. Wir fahren erstmal in den Ort zurück, begeben uns dann aber doch auf die als extrem weichsandig angekündigte Tour zum Cape Peron

und zum Skipjack Point. Wir legen zwar an einigen Stellen alle Sperren ein, stellen dann aber fest, dass das gar nicht nötig wäre. Wir lassen noch einige Mal die Drohne steigen und erhalten noch weitere sehr schöne Landschaftsaufnahmen. Bei den Tierbeobachtungen haben wir nicht so viel Glück oder einfach nur nicht genug Ausdauer.

Die nächsten Tage verbringen wir dann wieder auf dem Goulet Bluff, wo Uwe wieder kitet und es genießt, dass er damit Stück für Stück ein wenig sicherer wird und die Sprünge ein wenig höher sind als die davor. Auch traut er sich jetzt allein aufs Wasser, weil er das Revier kennt und einschätzen kann. Unter ihm schwimmen Mantas und Haie, was ihn auch nicht mehr beunruhigt. So schnell gewöhnt man sich an Neues!


Den Kabarri NP besuchen wir nur einen Tag lang. Vor Sonnenaufgang sind wir am Nature’s Window und können uns in Ruhe fotografisch austoben. Wir spielen eine ganze Weile mit Fotoideen herum, fahren dann zu den Aussichtsplattformen und machen eine wunderschöne, 6 km lange Wanderung zwischen Felsen in einem ausgetrockneten Flusslauf. Es ist recht heiß und die Fliegen belästigen uns so sehr, dass wir unsere Fliegenkopfnetze nutzen. Das entlastet ziemlich, da man sonst um sich selbst mit den Armen herumwedelt, um die Tiere, die in Augen, Nase, Ohren und Mund kriechen wollen, zu vertreiben. Am Ende kommen wir an einem ganz ruhigen See an, auf dem zwei Schwarzschwäne mit ihren drei Jungen schwimmen. Wir suchen uns eine Stelle, an der man rutschfrei ins Wasser kommt und genießen den See in dieser idyllischen und Menschen leeren Umgebung. Nachdem wir ein wenig runtergekühlt und erfrischt sind, geht es zurück.


Mit einem kurzen Halt im Ort Kalbarri fahren wir direkt zur Hutt Lagoon, die für ihren tollen pinkfarbenen Salzsee berühmt ist. Die Lokation fasziniert uns beide sehr. Erst lassen wir die Drohnen von der Straße aus über die Seen fliegen, dann fahren wir auf die andere Seite und machen hier weiter. Nachdem jeder von uns ca. 5 Akkus leer geflogen hat, müssen wir aufhören, da es auch dunkel wird und der Hunger ruft.

Noch vor Sonnenaufgang machen wir weiter. Wir haben Wolken am Himmel, die sich in den spiegelglatten Salzfelder spiegeln. Wir können gar nicht genug davon bekommen. Uwe ist ganz außer sich vor Freude und hat einen Riesenspaß. Am Ende haben wir den Eindruck wirklich alles ausgenutzt zu haben, was diese Location uns zu bieten hat und fahren zufrieden weiter.

Was meinst du? Sind das nicht wirklich unglaubliche Fotos? Schreib doch mal in den Kommentar, was du von den Fotos hältst 😊.


Unser nächstes Ziel ist Geroldton. Ein größerer Einkauf steht mal wieder an. Als Uwe ein Eis auf dem Gefrierer holen will, guckt er zufällig unter das Auto. „Wir fahren heute keinen Meter mehr!“ Ich bin etwas irritiert? Warum das nicht? Eine Schraube hat sich aus der Halterung für das Lenkgetriebe gelöst. So ein Mist. Wir immer wird der Mechaniker seines Vertrauens in Deutschland angerufen. Er beschreibt Uwe genau, um welche Schraubengröße es sich handelt und was er tun kann. So überprüft Uwe erstmal die anderen drei Schrauben. Zwei davon sind fest, die dritte zieht er nach. Dann fahren wir in den Baumarkt Australiens, den es hier in fast jeder Kleinstadt gibt, da die Autowerkstätten leider alle schon geschlossen haben. Bei Bunnings werden wir nicht fündig, aber man nennt uns einen guten Schraubenhandel. Am nächsten Morgen erhalten wir zum Glück das richtige Stück und fahren beruhigt weiter.

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Kommentare

Kommentar von Lion |

Wer guckt denn zufällig unter sein Auto, wenn er ein Eis aus dem Gefrierfach holen möchte?

Schöne Bilder!

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