Verschiffung nach Südamerika, Urlaub auf Bali und Abschied von Australien (51)

Diesmal von Uwe geschrieben....

10.05. – 13.06.2026 (864. – 898. Reisetag)

Jeder, der sich mal mit der Verschiffung eines Wohnmobils in andere Teile der Welt beschäftigt hat, weiß, dass das immer eine der heikelsten Phasen auf einer Weltreise ist. Auch wenn ich nicht gerade unerfahren in diesem Bereich bin (ich habe 1988 unseren VW Bus von Bremerhaven in die USA verschifft und bereits etliche andere Verschiffungen hinter mir), so ist das doch immer wieder eine Situation, die mich sehr umtreibt und bewegt. Neben dem Finden der „richtigen“ Fährverbindung ist das Thema Diebstahl und Zerstörung der Inneneinrichtung des Campers in den letzten Jahen immer schwieriger geworden. Die Fahrzeuge stehen auf dem Schiff und werden regelmäßig von der Schiffsbesatzung im rechtsfreien Raum ausgeraubt – sozusagen als netter Zusatzverdienst für die schlecht bezahlten Seeleute… So hat es uns auch auf dem Weg nach Australien vor 3 Jahren erwischt. Bisher haben wir immer RoRo verschifft. RoRo Schiffe, auf die man einfach drauf fahren kann, bei denen man aber die Schlüssel abgeben muss. Auch die Wohnkabine muss zugänglich sein 😳. Die Stories, die wir in den letzten Jahren von ausgeraubten Autos gehört haben, stimmen uns nicht gerade hoffnungvoll. Von daher haben wir uns diesmal für Plan B entschieden. Wir verschiffen auf einem ganz normalen Containerschiff und unser Rockhopper steht unter einer Plane auf einem sogenannten Flat Rack (Containerplattform ohne Wände) auf den anderen Containern obendrauf. Vorteil: Wir müssen keine Schlüssel abgeben, haben alles wie Fort Knox verbarrikadiert und es fragt niemand nach einem Gastank oder Lithium Batterien, was bei einer RoRo Verschiffung immer schwieriger wird.

Wie aber kommt unser Rockhopper von Australien (Perth) nach San Antonio in Chile? Eigentlich ganz einfach, wenn man auf eine Karte schaut – einmal quer über den Pazifik. So einfach ist das Ganze aber nicht. Mit unserem Agenten Anthony Paratore (Bullocks Freightmaster International) in Fremantle (Hafenstadt bei Perth), nehme ich bereits 1 Jahr vor der Verschiffung Kontakt auf, um die verschiedenen Optionen heraus zu finden. Letztendlich haben wir uns nach gefühlt 200 Mails, 30 Telefonaten und einem persönlichen Besuch bei ihm im Office für folgende Route entschieden, die preislich und von der Reisezeit her am besten für uns passt:

Fremantle – Singapore – Ningbo (China) - Busan (Südkorea) – San Antonio: Reisezeit von 68 Tage

Das große Problembei einer Verschiffung ist immer das Timing, das bei uns sowohl durch den Ablauf des Carnet de Passage am 04.06.2026 (an diesem Tag muss das Auto Australien verlassen haben) und meinen Fotoreisen nach Brasilien und Vietnam. Ich habe nur gut 3 Wochen Zeit zwischen den Reisen, um das Auto in Chile aus dem Hafen zu holen, in einen Storage zu stellen und dann weiter nach Vietnam zu fliegen. Genau in dieser Zeit muss der Rockhopper ankommen. Da die Pläne der Reedereien immer erst frühestens 3 Monate, eher nur 2 Monate vor der geplanten Abreise bekannt sind, ist eine frühe Planung wie der Blick in eine Glaskugel. Wir hatten eigentlich einen guten Plan, der dann aber durch die Verschiffungstermine durchkreuzt worden ist. So mussten wir unseren Urlaub auf Bali – ja man braucht manchmal auch beim Reisen Urlaub, ob du es glaubst oder nicht – kurzfristig für 4 Tage unterbrechen, um von Bali nach Perth zu fliegen und das Auto für die Verschiffung vorzubereiten und im Hafen von Fremantle abzugeben. Das hat alles problemlos geklappt und wir konnten uns anschließend voll und ganz unserer Entspannung auf Bali hingeben.

Bali: Wir lieben es!!! Auch wenn Bali viel schlechte Presse in Deutschland und den sozialen Medien hat, so ist es für uns immer wieder ein ganz besonderer Ort. Wenn man bereit ist zwischen 150,- und 270,- Euro pro Nacht zu bezahlen, bekommt man auf Bali unglaublich schöne Unterkünfte. Wir haben inzwischen unsere Lieblingsunterkünfte, die wir mehrfach besucht haben und die einfach sensationell schön sind. Wohlfühloasen, in denen man die Hektik und das Chaos auf den Straßen von Bali nicht merkt und wo man so richtig die Seele baumeln lassen kann. Hinzu kommt diese unglaublich liebevolle Art der Balinesen, das leckere Essen, die balinesischen Massagen (6,50 – 15,- € die Stunde) und ja - ich muss es zugeben – ich liebe es mich mit einem Scouter in den absolut chaotischen Verkehr zu begeben, wo jeder auf den anderen Rücksicht nimmt und es irgendwie immer passt. Einfach klasse!!! Ein paar Tag haben wir auch auf Nusa Penida verbracht, wo man mit riesigen Mana Rays tauchen kann. Was für ein Erlebnis diese riesigen Tiere an einem vorbei segeln zu sehen…

Super schnell waren die knapp 3 Wochen vorbei und es ging nach Sydney – die für uns schönste Stadt der Welt, wo wir von Australien Abschied nehmen, dass uns die letzten 3 Jahre als Homebase gedient hat und das ich mehr als lieben gelernt habe. Zum Reisen ist Australien ein Traum, aber auch zum Leben ist es meines Erachtens nach das beste Land der Welt!!! Und du kannst mir glauben, ich kenne viele Länder auf dieser Welt und habe mich immer gefragt, ob ich da leben wollen würde. Australien ist das erste Land, dass bei mir 10/10 Punkten bekommt. Leider sind wir zu alt, um unseren Lebensmittelpunkt nach Australien zu verlegen. Australien vergibt eine „permanent residency“ nur an Menschen, die das Land weiterbringen. Zwei Rentner sind da leider nicht erwünscht….

Und ich brauche es nicht zu schreiben – Sydney rockt wieder, wie jedes Mal. Wir haben viel zu erledigen und genießen gleichzeitig das Flair dieser unbeschreiblichen Stadt, die uns immer wieder ins Staunen versetzt. In 3 Tagen geht es nach Südamerika – neue Abenteuer warten auf uns.

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