Unser schöner, heiler Rockhopper und die Suche nach den bunten Salzseen (25)

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03.12.- 17.12.2023 (200. - 214. Reisetag)

Die letzten 3 ½ Wochen habe ich in Hamington Hill, in der Nähe von Fremantle, gewohnt und mir die Zeit mit neuen Bekanntschaften, Yoga, Fotobearbeitung, Lesen, die Stadt erkunden und Lernen für meine Weiterbildung vertrieben.

Nun freue ich mich auf Uwe, der am 3. Dezember aus Madagaskar zurückkommt. Obwohl Sonntag ist, können wir den Rockhopper aus der Werkstatt abholen. Die Kabine ist wieder heil und das Fahrerhaus sieht aus, als wäre nie etwas passiert. Wir sind glücklich, unser Gefährt so schön vorzufinden. Es braucht dennoch 1 ½ Tage bis alles durchgecheckt und geklärt ist, das Auto wieder eingeräumt und die Einkäufe getätigt und verteilt sind.

Am Dienstag geht es weiter und zwar gen Norden. Wir sind wieder on the road. Uwe hat sehr viele schöne Fotos von Salzseen gesammelt und wir wollen schauen, ob wir die Stellen finden, die dort so farbenfroh abgelichtet sind. Viele Kilometer liegen vor uns und wir fahren von Punkt zu Punkt auf seiner Karte, schicken die Drohnen in die Luft und sind meistens enttäuscht. Viele der Seen sind aufgrund der Jahreszeit ausgetrocknet und längst nicht mehr so faszinierend, wie wir gehofft hatten. Dennoch entdecken wir zum Teil interessante Strukturen und geben nicht auf. Der nördlichste Punkt ist bei Morawa. Am Yarra Yarra Lake, der ganz weiß und schön daliegt, übernachten wir und fahren dann die Farmer besuchen, die Uwe in Katherine an den heißen Quellen kennengelernt hat.

Dort werden wir super herzlich empfangen. Die Familie bestehend aus den Eltern und zwei Söhnen heißt uns willkommen. Es herrscht geschäftige Ruhe. Die Ernte ist an diesem Tag nach 7 Wochen anstrengender Arbeit für alle zu Ende und alle atmen erleichtert und wohl auch ein wenig erschöpft durch. Die Hündin ist gerade dabei, Junge zu gebären, so dass auch eine gewisse Anspannung im Raum liegt. 5 kleine Puppies sind schon da, ein 6. wird noch erwartet. Wir bekommen ein leckeres kaltes Getränk serviert und kleine Gastgeschenke überreicht. Angela, die Farmerin zeigt uns zu Fuß den riesigen Farmhof mit seinen überwältigenden Maschinen. Der Mähdrescher wird auch von ihr gefahren. Wir dürfen ebenfalls mal einsteigen. Alles ist GPS- und Computergesteuert. Die Aufgabe des jeweiligen Fahrers besteht darin, auf Steine auf dem Acker zu achten und einzusammeln und die Koordination mit den weiteren Erntefahrzeugen zu gewährleisten. Viele, viele Stunden sitzen sie auf der Maschine, bis die 5000 ha Weizen geerntet sind. Die Ernte in diesem Jahr ist aufgrund der Trockenheit um ein Vielfaches schlechter ausgefallen als in den beiden Vorjahren, die Rekordernten eingebracht haben. Die Aussähmaschine – bestehend aus einem starken Trecker, einem Behälter für das Saatgut und den Dünger sowie der kompliziert aussehenden Maschine, die die Saat in den Boden bringt - erinnert uns auch mehr an eine Industrieanlage als an unsere romantischen Vorstellungen einer Aussaat im Mondschein.

Auf dem Hof befinden sich Silos für das Getreide, ein großer LKW mit zwei Anhängern für den Transport des Getreides in den nächsten Ort und viele andere Maschinen und Fahrzeuge. Angela kümmert sich um die 50 Hühner und zwei Truthähne, die auf dem Hof leben. Haus- und Gartenarbeit gehören natürlich auch dazu. Sie strahlt die ganze Zeit und ist sichtbar stolz auf ihr Anwesen und das, was sie dort schaffen. Sie ist die Freude in Person und fährt uns abends auch noch über Teile der Farm, zeigt uns schöne Ausblicke und bereitet uns liebevoll einen Sunsetschmaus. Wir übernachten in der Nähe des Airbnbs, das sie in den Frühlingsmonaten während der Wildblumenblüte vermieten. So haben wir Strom für die Klimaanlage – es sind mal wieder fast 40°C – und können sogar waschen.


Wir zeigen viele unserer Fotos und Angela lernt von mir das Brotbacken mit Sauerteig. Am Thermomix macht sie eine kleine Video- Werbeveranstaltung für Jona, Uwes Sohn, der diese Geräte in Kanada verkauft. Auch Roger, der Farmer, erzählt und fragt viel. Es ist ein toller Aufenthalt auf der Farm und wir danken den beiden sehr, uns so freundlich und offen empfangen und uns einen Einblick in ihr Leben gewährt zu haben.

Wir fahren jetzt weiter gen Süden. Das Fernziel ist Esperance. Auf dem Weg dorthin halten wir an vielen Stellen, z.B. am Lake Koomberkin, in der Nähe der Nickelmine bei Kalgoorlie und am Lake Lefroy. An letztere beiden kommt man nur schwer heran, weil viele Zufahrten wegen des Minengeländes gesperrt sind. Aber wir kurven herum, suchen Versorgungswege und fahren an der einen oder anderen Bahnlinie entlang. Immer wieder finden wir Motive, die uns gefallen. Gegenüber vom Lake Gilmoore entdecken wir sehr ungewöhnliche Strukturen. Hier gehen wieder einige Akkus drauf. So langsam haben wir uns fast an die vielen Fliegen gewöhnt. Bevor wir ins Auto einsteigen, rennen wir einmal um das Auto, um die 30 – 40 Tiere, die auf unseren Rücken hocken, abzuschütteln. So kommen sie nur vereinzelt ins Fahrzeug und werden auch von dort konsequent vertrieben.

Hier könnt ihr einige unserer Ergebnisse sehen. Wir sind ganz begeistert von ihnen und präsentieren sie euch voller Stolz und Freude.


Sonntagnachmittag kommen wir in Esperance an und kaufen das Nötigste ein. Im Ort findet gerade ein Weihnachtsumzug statt. Alles ist zugeparkt. Neugierig gehen wir den Mengen hinterher. Die Veranstaltung befindet sich offenbar grad am Ende. Wir sehen noch die letzten Teilnehmer eines Umzugs. Der Weihnachtsmann und seine weibliche Begleitung im Dirndl sitzen auf einem Jetski und werden mit einem Anhänger über die Küstenstraße gezogen. Im Anschluss werden 2 Bullen mit der Aufschrift „for sale“ und noch einige andere Farmtiere hinterher getrieben. So werden auch die Accessoires dem Klima angepasst. Wer weiß, wann das auch in Deutschland nötig sein wird? Die Einheimischen mit all ihren Kinder sitzen und stehen am Straßenrand. Viele gehen auch auf einen kleinen Markt mit Essens- und Verkaufsständen. Alles wirkt auf uns ein wenig provinziell. Die Stimmung ist sehr friedlich und alle scheinen zufrieden.


Wir sind so gar nicht in Weihnachtsstimmung. Deshalb fahren wir ans Meer, wo man am Strand fahren darf, was wir natürlich gern ausprobieren. Zu unserem Glück finden wir einen ruhigen Übernachtungsplatz außerhalb des Nationalparks, auf dem wir die nächsten zwei Nächte verbringen.

So langsam haben sich bestimmte Verwaltungstätigkeiten aufgestaut. Da wir wie immer sehr früh wach sind, erledigen wir einiges davon an der Uferpromenade von Esperance. Uwe spricht mit der Autoversicherung, die wir jetzt endlich in trockenen Tüchern haben. Ich setze mich an den Visumsantrag für Uwe, der nach drei Tagen Arbeit eingereicht ist. Damit haben wir zwei große Sachen erledigt, die uns immer wieder in Unruhe versetzt haben. Viele andere kleine Dinge sind auch vom Tisch, so dass wir jetzt ein wenig loslassen können.

Bei Woolworth lernen wir ein Schweizer Pärchen kennen, die hier auf Urlaub sind. Beim Latte Macciato in unserem Auto kommen wir uns näher und verquatschen den Nachmittag auf angenehme Art und Weise.

Die Hitze haben wir jetzt definitiv hinter uns gelassen. Das Thermometer steigt nur noch auf 24°C, der Südwind sorgt dafür, dass man manchmal sogar ein wenig auskühlt. Auch das Wasser im Meer, was in der Lucky Bay ungemein blau und klar ist, erfrischt uns mit 18 °C . Der anliegende Campingplatz ist superschön angelegt, nur leider schwer zu buchen. Oft bleiben nachts 4-5 Plätze frei, da es so viele Leute gibt, die früh buchen und die Plätze nicht stornieren, wenn sie es nicht schaffen zu kommen. Das ist sehr ärgerlich für diejenigen, die sich stundenlang um eine Buchung bemühen und dann 40 km aus dem Nationalpark rausfahren müssen, um einen Übernachtungsplatz zu finden. Die Lucky Bay gilt als die schönste Bucht Australiens, weil der Sand so unvorstellbar weiß und fest ist. Das finden wir so lange, bis wir ein wenig weiter nach Osten zur Wharton Bay fahren. Diese Bucht ist rundherum von Dünen und Hügeln umgeben, was einen sehr geschützten Eindruck macht. Wenn man auf die kleinen Berge steigt, sieht man noch weitere kleine, schöne Buchten. Die Farben des Sandes und des Wassers sind einfach einmalig. Das Wasser ist auch hier ungewöhnlich klar. Uns gefällt diese Bucht tatsächlich noch besser als die Lucky Bay.

Wir verbringen hier zwei Tage, stehen am Strand, machen Spaziergänge und baden tatsächlich. Dabei sieht man seine eigenen Füße, als wenn nichts dazwischen wäre. Einfach einmalig!


Am zweiten Tag frischt der Wind ziemlich auf und Uwe traut sich mit dem Kite aufs Wasser. Die Oberfläche ist sehr kabblig und die Wellen sind so hoch, wie er sie bisher noch nicht hatte. Der Wind bläst einen anderen Kiter, der nur einen 12er Kite dabei hat, mitsamt dem Kite vom Boden, bevor er das Wasser erreicht hat. Uwe fährt einen 9er und kommt supergut zurecht. Er springt wie noch nie. Seine Körperhaltung wirkt viel entspannter, obwohl die Bedingungen so heftig sind. Es macht ihm unheimlich viel Spaß und er freut sich riesig über seine Fortschritte. Im Anschluss ist er sehr genervt über mich, da ich kaum gute Fotos zustande bekommen habe. Tja, jede hat mal einen schlechten Tag!

Da es am nächsten Tag regnet, machen wir uns auf nach Esperance, um unsere Vorräte wieder aufzufüllen.


Weiter Fotos gibt es wie immer in unserer "Australien Galerie" 😊....

 

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Kommentare

Kommentar von Michael Schepers |

Wirklich richtig starke Bilder und tolle Berichte, danke dir!

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