Ningaloo Reef – Wale, Schildkröten, Mantas und Haie (22)

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28.09.- 13.10.2023 (159. - 174. Reisetag)

Das Ningaloo Riff ist ein Unesco Welterbe. Es erstreckt sich über 260 km und liegt recht nah an der nordwestaustralischen Küste. Bei Exmouth und Coral Bay reicht das Riff bis auf wenige hundert Meter an die Küste heran.

Das Riff leidet leider auch an der Korallenbleiche. Dennoch bieten sich einmalige Chancen dort zu schnorcheln und zu tauchen, um die Unterwasserwelt zu erleben und zu genießen.

Wale, Walhaie, Haie, Mantas, Schildkröten und viele andere Wasserbewohner kann man hier sehen und bestaunen. Uwe hat so unendlich viele Videos mit der GoPro und der Drohne gemacht, so dass ein wunderschöner Film dabei entstanden ist, der die Schönheit des Ningaloo Reef in Ansätzen wieder gibt.


Meistens stehen wir auf den Campgrounds des Nationalparks, mit der Zeit finden wir aber auch Plätze, an denen wir umsonst übernachten können. Unsere erste Nacht verbringen wir auf dem Campingplatz in Exmouth. Der Ort ist sehr überschaubar und das Versorgungszentrum der Gegend und der Touristen. Man findet in Exmouth ein schön angelegtes Visitorcenter, in dessen Gebäude sich auch das Aquarium befindet. Dort kann man die Unterwasserwelt auch ohne Tauchgerätschaften beobachten, erhält einen Einblick in die übrige Tierwelt des Riffs und in die kurze Geschichte der Stadt. Der Ort wirkt auf uns ein wenig stehen geblieben. Die meisten Geschäfte scheinen lange nicht modernisiert worden zu sein. Es gibt aber alles, was man braucht, und Touren kann man dort ohne Ende buchen. Später stellen wir fest, dass es auch Mechaniker für unseren Rockhopper gibt.

Wir haben in dieser Gegend zwei Wochen zugebracht und ich beschreibe jetzt einige Highlights, die wir erlebt haben.

Wir fahren in den Cape Range Nationalpark und erhalten im Visitorcenter dort gute Hinweise, wo wir schnorcheln können. Das probieren wir sofort aus und sind froh, dass wir auch für mich noch Flossen gekauft haben. Nach anfänglichen Problemen komme ich gut damit klar, so dass ich mich besser fortbewegen und die Strömungen nutzen oder mich dagegenstemmen kann. Die Sicht bei unserer ersten Schnorcheltour ist schwach. So sind wir eher etwas enttäuscht.

Unser erster Übernachtungsplatz im Nationalpark liegt südlich und ist nur über eine sandige Piste zu erreichen. Wie immer macht uns der Rockhopper dabei keine Probleme. Das genießen wir sehr. Leider folgt dann auch eine nervige Waschbrettpiste auf dem Fuß. Dennoch kommen wir heil auf dem traumhaften Campground an. Es gibt nur 5 Stellplätze, Mülleiner und Toiletten. Ansonsten sieht man nur Dünen und dahinter den Strand und das Meer. Eine wahnsinnige Idylle!

Hier bleiben wir 2 Nächte und lernen unsere Nachbarn Sonia und Sam aus der französischsprachigen Schweiz kennen. Mit ihnen treffen wir uns immer wieder, während wir hier in der Gegend sind. Sie leben in Neuseeland, sind aber auch häufig in Australien. Nach Europa wollen sie nicht zurück.

Hier gelingt es mir mal wieder Kakadus im Morgenlicht zu fotografieren und Uwe und ich fahren mit dem Jetski von Sonia und Sam aufs Meer hinaus. Uwe schnorchelt dort, während ich auf dem Jetski hocke und das Schaukeln und die Weite in mich aufsauge. Uwe kommt völlig begeistert vom Schnorcheln zurück, denn die Sicht ist hier draußen um ein Vielfaches besser als nah an der Küste.


In den nächsten Tagen findet man uns entweder beim Schnorcheln oder beim Kiten. Die Sandy Bay eignet sich dafür sehr gut. Bei auflandigem Wind ist das Revier ideal, da es sehr flach ist. Meist kommt dieser Wind gegen Mittag. Uwe ist begeistert und freut sich riesig über seine Fortschritte. Ein schweizer Kitetrainer beobachtet ihn beim Springen und gibt ihm wichtige Hinweise, die ihm dabei helfen, seine Springkünste zu optimieren. Leider ist der Wind nur drei Tage lang kräftig genug, um aufs Wasser zu gehen.


Sonia und Sam angeln und laden uns eines Abends zum Fischessen ein. Es gibt spanische Makrele. So einen leckeren Fisch haben wir lange nicht mehr gegessen. In Olivenöl mit Salz und Pfeffer eingelegt und gegrillt, schmeckt dieser Fisch einfach hervorragend. Es ist gar nicht so einfach, ihn zu fangen. Sie fahren mit ihrem Jetski raus und sobald der Fisch (ca. 30 kg schwer) angebissen hat, müssen sie ihn sehr schnell einholen, weil die Haie vorbeikommen und am anderen Ende des Fisches ziehen. Es kostet Kraft und Gleichgewichtsvermögen, das Tier zu bergen und dabei nicht ins Wasser zu fallen. Beim Zerlegen des Tieres zeigt Sam eine große Sicherheit und Routine. Es ist ein sauberes Geschäft. Die Reste des Fisches werden dem Meer zurückgegeben und bald von Vögeln, Fischen und Kleinlebewesen gefressen und verdaut. Dank der Angelkünste der beiden kommen wir noch etliche weitere Male in den Genuss dieser Leckerei, denn sie schenken uns einige Fischstücke, die wir einfrieren und später essen können.


An einem Freitagabend gibt die Gruppe Carvana Sun in Exmouth ein Konzert. Wir entschließen uns recht kurzfristig dazu und Uwe bucht uns zwei Karten online. Auf den 2. Blick stellt er entsetzt fest, dass die Karten für die kommende Woche in Broome und 10 AUD preiswerter als die für den aktuellen Abend sind. Was tun? Die 70 Dollar in den Wind schreiben? Wir versuchen den Veranstalter telefonisch zu erreichen und Uwe spricht mit einer jungen Frau, die sehr verständnisvoll ist und uns auf die Gästeliste für diesen Abend setzt. Wir sind sehr erleichtert und freuen uns im Nachhinein über diesen Fehler. So haben wir ungewollt 20 Dollar eingespart.

Das Konzert findet in der Brauerei von Exmouth statt. Wir treffen uns um 18 Uhr mit Sonia und Sam und deren Freunden. Es gibt ein großes Pizzaangebot und viele verschiedene Biersorten. Da wir fast immer selbst kochen, nehmen wir dieses Angebot gern mal in Anspruch und genießen die leckere Pizza und das urige Bier. Die Veranstaltung ist gut besucht und alle sind ein wenig schicker angezogen als sonst. Das hebt den Abend ein wenig heraus und wir fühlen uns hier sehr wohl. Die Band fängt pünktlich an zu spielen. Anfangs gefällt mir die Musik nicht so. Als sie ihre älteren Stücke spielen, bringt sie auch uns in Stimmung und wir sind ganz gefangen von Rhythmus und Melodie. Die Stimmung ist sehr entspannt und fröhlich. Gegen 22 Uhr ist der Abend zu Ende. Für ein Land, in dem zumindest hier, die Bürgersteige gegen 17 Uhr hochgeklappt werden, ist das spät.

Zum Schnorcheln werden im Cape Range NP 3 Buchten angepriesen. Wir probieren sie natürlich alle aus. Oyster Stack ist ein Riff, das direkt an der Küste liegt. Wenn man beim Schnorcheln das Riff nicht berühren will, kann man nur bei Flut schnorcheln, da das Wasser sonst zu flach ist. Obwohl die Sicht ncht gerade super ist, sehe ich viele kleine, bunte Fische, einige größere und Seegurken. Uwe hat mehr Glück. Er entdeckt eine Stelle, an der sich auch größere Fische tummeln.

Die zweite berühmte Stelle ist in der Turqoise Bay. Hier geht man in Richtung Süden am Wasser entlang und lässt sich dann von der Strömung zurücktragen. Viele finden diese Schnorchelstelle am schönsten, wir finden sie schön, genießen sie mehrmals, sehen Schildkröten und große Fische, auch mal einen Riffhai, haben aber Pech mit der Sicht. Das nährstoffreiche Wasser ist fast immer trüb und lässt die Tiere eher grau als bunt erscheinen.

Unser Favorit ist die Lakesite. Kurz hinter dem Visitorcenter gelegen muss man einige Meter gehen. Dort findet man Markierungen, die auf die Schnorchelstellen aufmerksam machen. Wir haben gute Sicht, das Riff liegt tief genug und das Meer ist strömungsarm. So schwimme auch ich sehr lange rum und entdecke viel schöne Tiere und Korallen, die bizarr wirken und ungewöhnliche Farben haben.


Aus meiner Sicht ist das absolute Highlight aber erst später an der Coral Bay, wo wir uns eine Tauch- und Schnorcheltagestour gönnen. Wir fahren mit dem Boot raus und werden kurz vor dem Nigaloo Riff rausgelassen. Wir Schnorchler haben eine sehr nette und engagierte Schnorchelführerin, die viel über das Riff und seine Bewohner erzählen kann und uns begeistert den Lebensraum der Tiere nahebringt. Ich bin in meinem Leben meistens allein geschnorchelt und genieße diese Anleitung sehr. So muss ich mich nicht darum kümmern, wo ich gerade bin, sondern suche nur hin und wieder die gelbe Schwimmboje, die sie immer bei sich hat und weiß, wo ich hinmuss. Das gibt mir Sicherheit, da ich das Schwimmen im Meer immer ein wenig unheimlich finde. Beim 2. Schnorchelgang werden die Schnorchler und die Taucher zusammen ins Wasser geschickt. Per Flugzeug werden Mantas gesucht und in unserem Fall auch gefunden. Dreimal dürfen wir für gefühlt wenige Sekunden mit so einem Tier gemeinsam schwimmen. Das ist sehr faszinierend, wie sich das große Tier elegant über den Meeresboden bewegt. Beim 3. Mal schwimmt es in Richtung Wasseroberfläche und dreht sich einmal um. Das sieht absolut gigantisch aus. Es geht aber so schnell, dass es Uwe leider nicht gelingt, dies mit seiner Gopro gut festzuhalten. Aber der Eindruck im Kopf bleibt.


Der letzte Schnorchelgang hat zwei Höhepunkte. Einmal sehen wir sehr viele Riffhaie, die friedlich im Wasser umherschwimmen. Sie fressen nichts, was größer ist als sie selbst. Wenn man sich ihnen zu sehr nähert, entfernen sie sich zügig. Das macht sie sehr sympathisch. Außerdem können wir uns von der Strömung durch einen schmalen Gang ziehen lassen, der wunderschön ist. Während man eine Strecke zurücklegt, ohne sich dabei groß zu bewegen, kann man die variantenreiche Meereswelt beobachten und ist plötzlich ganz woanders. Ein unvergessliches Erlebnis!

Uwe hat bei der Tauchtour, die vom selben Schiff ausgeht, ähnliche Erlebnisse……

Außerdem taucht er auch zweimal von Exmouth aus. Die erste Tour geht an das Navy Pier. Es liegt im Militärgebiet bei Exmouth, für dessen Betreten zusätzlich zum Tauchgang nochmal 50 Dollar fällig sind. Die Fische tummeln sich in großer Dichte unter dem Pier. Die Sicht ist auch hier nicht optimal, aber es gelingt Uwe wunderschöne Videos zu drehen und Fotos zu machen. Ein Australier lässt ihn am Licht seiner Scheinwerfer teilhaben, so dass Vieles auch besser zu sehen ist. Uwe ist inzwischen völlig von der Taucherei angefixt und weiß schon genau, welche Stellen auf der Welt er unbedingt noch besuchen will.  Am nächsten Tag macht er noch eine zweite Tauchtour ins Nigaloo Riff. Die findet er zwar auch schön, aber die am Navy Pier ist nicht zu toppen.


An einem Morgen stehen wir sehr früh auf, um Schildkröten zu finden, die gerade Paarungszeit haben. Wir halten auf einem der vorgelagerten Parkplätze und können am Strand tatsächlich etliche Schildkröten sehen. Da wir damit nicht gerechnet haben, liegen unsere Fotoapparate im Rockhopper. Als wir zum Auto zurückkommen, haben wir doch tatsächlich einen Zettel an der Tür, dass wir hier nicht übernachten dürfen. Da hat der Ranger doch nicht unter unsere Motorhaube gefasst. Dann hätte er nämlich fühlen können, dass wir hier während der Nacht nicht gestanden haben. Nun gibt man sich schon Mühe und quält sich extrem früh aus dem Bett und wird trotzdem der illegalen Übernachtung bezichtigt. Zum Glück handelt es sich nur um einen Hinweis und nicht um ein Strafticket.

In der nächsten Bucht sind wir mit unserem Fotoequipment dabei und können sehr eindrucksvolle Bilder von den Schildkröten machen. Sie kommen an Land, gehen wieder ins Wasser, balgen und paaren sich im Wasser, dass es eine Freude ist. Dank unserer langen Linsen können wir das Ganze aus angemessener Entfernung beobachten, so das uns die Tiere gar nicht zur Kenntnis nehmen.


An einigen Abenden halten wir uns am Hunters Beach Access auf. Dort hat man einen erhöhten Überblick über das Meer und sehr häufig ziehen die Buckelwale mit ihren Jungen dort vorbei. Uwe fliegt hier sehr viel mit der Drohne über das Meer. Er hat das Glück, Wale zu finden, die in kleinen Gruppen schwimmen. Im Abendlicht macht er sehr schöne Aufnahmen von ihnen. Leider haben sie nur ab und zu Lust zu springen. Auf der Suche nach den Walen entdeckt er auch Schildkröten, die sich im Wasser paaren. Das ist ein richtiges Schauspiel. Zwei Tiere liegen übereinander und zwei oder sogar drei andere kommen dazu und versuchen die beiden zu trennen. Wir beobachten das auf dem Display. Der Höhepunkt sind aber 3 Mantas, die direkt an der Wasseroberfläche schwimmen – was für ein Schauspiele.


Nicht immer sind unsere Entdeckungen so schön. Als Uwe sich einmal unter das Auto legt, weil alle Besitzer eines Daily 4x4 das immer wieder tun, um Unregelmäßigkeiten zu checken, bemerkt er, dass eine Halterung für den Auspuff angebrochen ist. Da das eine bekannte Sollbruchstelle ist und nur schlimmer werden kann, suchen wir eine Werkstatt. Morgens um 7 Uhr stehen wir in einer Werkstatt und der freundliche und hilfsbereite Mechaniker lässt sich ziemlich schnell breitschlagen, die Reparatur sofort vorzunehmen. Routiniert baut er das kaputte Stück aus und schweißt es. Dabei entdeckt er noch zwei Haarrisse, die unter Umständen bei der Weiterfahrt noch Probleme machen könnten. Diese werden auch gleich geschweißt und wir können nach einer guten Stunde mit einem guten Gefühl weiterfahren. Ein neues Ersatzteil wird bestellt, falls diese Flickarbeiten nur kurze Zeit halten.

Immer wieder treffen wir hier in Australien junge Leute zwischen 20 und 30 Jahren, die mit work & travel hier reisen. Beim Tauchen lernt Uwe 3 deutsche Jungs kennen. Sie haben hier schon gearbeitet und sind jetzt auf dem Weg nach Perth. Wir verstehen uns gut und quatschen immer mal wieder. So bleiben wir in Kontakt und treffen uns an verschiedenen Stellen wieder, da wir dieselbe Richtung aber nicht immer dieselben Interessen haben.

Langsam verlassen wir den Range NP und begeben uns weiter in den Süden. Uns wird die South Levroy Bay nahegelegt, weil man dort so gut kiten kann. Der Stellplatz dort ist unvorstellbar schön. Wir stehen in den Dünen und haben einen direkten Blick aufs Meer. Da wir in der Nachsaison sind, ist der Platz sehr leer. So wollten wir schon immer übernachten und die Natur genießen. Wir erkunden den Strand und die Kiteszene. Letztere ist nicht zu finden. Der Wind ist ablandig und fürs Kiten grad gar nicht geeignet. Das enttäuscht Uwe schon ziemlich. Er möchte doch weiterkommen und dazu lernen. Glücklicherweise ist sein Überlebensdrang stärker und er entscheidet sich gegen das Kiten.

Am nächsten Tag wiederholen wir unseren Strandspaziergang und treffen genau in diesem Moment auf die Jungs, die wir zum Latte Macchiato in den Rockhopper einladen. Dort sitzen wir etliche Stunden klönend zusammen und genießen die Zeit.

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Kommentare

Kommentar von Hans-Jörg |

Wunderschöner Film, wirklich großartig! Die Vielfalt der Meerestierwelt ist immer wieder faszinierend. Merkwürdigerweise sprechen mich die Buckelwale am meisten an von allen. Man fragt sich: Wie kann das sein? Ob es daran liegt, dass wir genau wie sie zur großen Familie der Säugetiere gehören?

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