Montevideo – eine harte Geduldsprobe

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6. -9. Reisetag (21.07. - 24.07.2015)

Voller Erwartung brechen wir bereits um 6 Uhr morgens in Buenos Aires auf, um mit dem Buquebus (eine Fährverbindung zwischen Buenos Aires und Montevideo) nach Montevideo zu fahren. Alles klappt prima – kaum stehen wir auf der Straße fährt ein Taxi vorbei, das blitzartig anhält und uns unverzüglich in den Fährhafen bringt. Die Ausreiseformalitäten sind ebenfalls schnell erledigt und schon sitzen wir in der Fähre. Etwas verwundert sind wir schon, als man allen Passagieren vor dem Betreten des Bootes weiße Überzieher für die Schuhe austeilt, damit der Teppich auf dem Schiff nicht schmutzig wird...

Kaum sind wir in Montevideo angekommen, stellen wir uns brav in die Schlange für ein Taxi (ein Taxi fährt vor, ein Passagier steigt ein, das nächste Taxi fährt vor – bei einer Schlange von mindestens 40 zu befüllenden Taxen ist es schön, wenn man nicht an letzter Stelle steht) und werden zu unserem nur einen Kilometer entfernten Apartment gefahren. Auch hier klappt alles prima.

Was aber nun gar nicht klappt, ist unser Schiff. Sollte es doch bereits früh morgens um 4 Uhr ankommen, so ist daran überhaupt nicht zu denken. Nur langsam nähert es sich dem Hafen von Montevideo (wir können das immer auf der Marine Traffic App verfolgen), bis es schließlich  nachmittags um 17 Uhr 10km vor Montevideo vor Anker geht. Unser erster Weg führt uns zu unserem Zollagenten Eduardo Kessler. Eduardo spricht ein wenig Englisch und wird sich um unsere Zollangelegenheiten kümmern. Auf unsere dringenste Frage, wie lange das denn alles dauern würde, kann er nur sehr ungenau antworten. Mal geht es schneller, mal geht es langsamer – maniana, maniana ist die Lebensmentalität der Lateinamerikaner. Diese ist aber nun ganz und gar nichts für mich ;-). Eduardo nimmt dann erst einmal unsere “Bill of loading“ und weitere Dokumente in Empfang und schickt uns zur  „Migraciones“ Behörde, wo wir das „Cerrtificado de Llegada“ ausgestellt bekommen sollen. Brav ziehen wir eine Nummer. Als wir endlich an der Reihe sind, stellt sich heraus, dass Silke zwar offiziell eingereist ist (sie hat schließlich einen Stempel im Pass), aber die Übertragung ihrer Einreisedaten per Computer noch nicht vorliegen. So bekommen wir erst einmal gar nichts und werden gebeten 1 Stunde später wieder zu kommen. Auch nach der einen Stunde hat sich noch nichts getan. Nach weiteren 15 Minuten Wartezeit hake ich noch einmal nach und gerate sehr schnell an den Chef der Abteilung, der unverzüglich zum Telefonhörer greift. „Ja, einen Moment noch!“  Wir sind uns inzwischen gar nicht mehr sicher, ob die Dame am Hafen unsere Daten überhaupt eingegeben oder einfach nur den Stempel in den Pass geballert hat. Auf wundersame Weise sind aber kurze Zeit später alle Daten da und wir bekommen das gewünschte Papier.

Am nächsten Morgen ist das Schiff dann endlich im Hafen und unser Zollagent begrüßt uns mit den Worten, dass er das Auto eben gesehen habe, wie es von dem Schiff gefahren wurde. Die Freude ist groß – sollte es vielleicht heute doch noch alles klappen? Er nimmt uns leider schnell die Hoffnung und sagt, dass er jetzt erst einmal eine „Stock Number“ benötigen würde, die er aber erst bekommen kann, wenn das Schiff komplett entladen ist. Als wir zwei Stunden später nachfragen, hat er die „Stock Number“ bereits, aber der Stempel von Grimaldi würde noch fehlen. Auch nach penetrantem Nachhaken gibt es den Stempel erst morgen. Ist ja prima!

 


Wir treffen unterdessen Rosemarie und Detlef, die mit dem Schiff mitgefahren sind und uns zumindest berichten, dass unser Auto unversehrt sei. Das ist natürlich erst einmal eine gute Nachricht. Hoffentlich bleibt das auch im Hafen von Montevideo so... Ihre Zollabfertigung und Einreise hat ganze 20 Minuten gedauert. Alles verlief bei Ihnen völlig problemlos. Das ist der Vorteil, wenn man mit dem Schiff mitgefahren ist. Dafür haben sie aber über 4 Wochen auf dem Schiff sitzen müssen – ob das besser ist, weiß ich auch nicht. Wir verbringen in jedem Fall ein paar nette Stunden mit Ihnen und können alle viel erzählen. Für sie geht ihre Tour jetzt los und für uns heißt es weiter warten!

Nachdem wir am Donnerstagmorgen die Stadt mit dem Bus erkundet haben und wieder etliche Kilometer an der schönen Uferpromenade marschiert sind, bekommen wir endlich die heiß ersehnte E-Mail von Edouardo. Schnell packen wir Geld und Papiere ein und flitzen in sein Büro. Nach ca. 2 Stunden Odyssee durch die Büros am Hafen sitzen wir dann endlich in unserem geliebten Daily und fahren erleichtert zum Appartment. Das Auto ist heile, alles ist drin und wir können wirklich los!

Schnell stornieren wir das Apartement bei Airbnb, verabschieden uns von der etwas überraschten Vermieterin und verlassen Montevideo.

Gegen 20 Uhr kommen wir bei Sandra Brand an. Sie empfängt uns sehr herzlich gemeinsam mit ihrem Ehemann, ihren 9 Hunden und 40 Katzen. Auf dem Gelände stehen viele Wohnmobile aus Europa, die hier überwintern. Wir trinken leckeren Wein und dürfen die selbstgemachten Wurstsorten probieren, was wir mit großem Genuss tun, da das Mittagessen an diesem Tag irgendwie ausgefallen war.

Heute wird das Auto aus- und eingepackt. Uwe schraubt und packt und sortiert. Bald wird alles an seinem Platz sein und wir werden in den Ort fahren, um ein wenig einzukaufen und Wasser aufzunehmen. Die nächste Dusche winkt. Die Sonne scheint und es wird auch langsam etwas wärmer.

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Kommentar von Kerscho |

Servus ihr beiden, wir lagen eben noch im Hotpot von Laugafell im Hochland und eben lesen wir die Neuigkeiten, dass ihr euren Daily habt. Toll, wir freuen uns mit euch und sind auf die nächsten Berichte und schöne Bilder gespannt. Viele Grüße aus Island. Kerscho