Große Freiheit – auf nach Brasilien

06.07.2022 – letzter Schultag forever (hoffe ich zumindest 🤣). Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele Jahre ich auf dieses Datum hin gefiebert habe. Besonders die letzten Jahre sind im Schneckentempo verlaufen. Ein lang gehegter Traum kann jetzt endlich umgesetzt werden. Der Traum heißt „Freiheit“ – Silke und ich können machen, wozu wir Lust haben.

Besonders die letzten Monate waren alles andere als langweilig. So mussten doch viele Dinge umgesetzt werden, die auf der ToDo Liste standen. Mieter für unser Haus finden (wir wollen es erst einmal für drei Jahre vermieten), Auto verkaufen, Haus komplett ausräumen (wir haben Unmengen verkauft und entsorgt, so dass nur sehr wenig übriggeblieben ist), alles in einen perfekten Zustand für die neuen Mieter versetzen, den Daily für Island packen und unendlich viele andere Dinge, die erledigt werden müssen, bevor man Deutschland für mehrere Jahre verlässt… Leider, leider haben wir die geplante große Abschiedsparty nicht geben können, da ich keine Lust hatte, mich vor meinen Brasilienreisen noch mit Corona zu infizieren. Wie gerne hätten wir all unsere Freunde noch einmal wieder gesehen.

Nur einen Tag später ging es für mich los nach Brasilien, wo drei Fotoreisen auf mich warteten, während Silke noch 2 Wochen in Deutschland geblieben ist. Ich bin bereits 2 Tage vor meinen Teilnehmern geflogen, um mich ein wenig zu erholen und das brasilianische Leben in mir aufzusaugen. Groß war die Wiedersehensfreude nach 4 Jahren mit meinem Fahrer und Guide, mit dem ich die nächsten 4 Wochen verbringen würde. Wie im Flug vergingen die zwei Tage bis die Teilnehmer der ersten Pantanalreise angekommen sind.

Der Flieger war pünktlich, alle Koffer waren da und so konnte es los gehen. Am besten beginnt man eine Brasilienreise nach einem langen Flug mit einem leckeren Rodizio (traditionelles brasilianisches Essen), bei dem man sich erst einmal kulinarisch verwöhnen lassen kann.  Mit gefüllten Mägen ging es in Richtung Norden nach Bom Jardin, wo wir in einem wunderschönen, kleinen, privat geführten Hotel die ersten Nächte verbracht haben. Neben den glasklaren Flüssen mit ihrer Fischpracht, haben wir in dieser Gegend auch die Möglichkeit Kapuzineraffen, springende Fische, kleine Eulen, Papageien, Tukane und viele andere Vögel zu fotografieren. Wir erlebten wie immer schöne Tage mit vielen Fotomöglichkeiten, so dass die Kameras viel zu tun hatten. Ganz besonders lecker waren aber immer die Früchte zum Frühstück und der Nachtisch – es gab Maracujacreme und Kokoseis. Einfach nur lecker!

 

Nach sehr abwechslungsreichen Tagen ging es weiter nach Porto Jofre, wo wir anders als geplant, erst einmal 2 Nächte auf einem Hausboot verbracht haben, bevor es dann für zwei weitere Nächte ins Porto Jofre Hotel ging. Auf dem Hausboot der Rio Mutum Lodge wurden wir supernett empfangen, dass Essen war extrem gut und die Kabinen kuschelig eng.  So ging es dann gleich am nächsten Morgen um 5.45 Uhr los auf Jaguartour. Es dauerte nicht allzu lange bis wir den ersten Jaguar gesehen haben. Der größte Wunsch meiner Teilnehmer einen Jaguar zu sehen, wurde sehr schnell erfüllt. Und es sollte nicht bei einem Jaguar bleiben. Auf jeder unser 6 Fahrten haben wir diese Tiere gesehen – mal in der Sonne liegend, mal im Gras hockend und mal auf der Pirsch, um sich die nächste Mahlzeit zu besorgen. Die Begeisterung war sehr groß, die zwar in erster Linie durch die Jaguarsichtungen hervorgerufen wurde, aber auch durch die rasanten Bootsfahrten, wenn irgendwo ein Jaguar gesichtet worden ist und wir dann im Stil von Miami Vice durch den mäandrierenden Fluss geschossen sind. Unser Bootsführer war supergut und hat uns immer in absoluten Top Positionen gebracht, so dass wir ungestört fotografieren konnten. Auch wenn uns das Hausboot extrem gut gefallen hat, so hat das Porto Jofre Hotel auch seinen Reiz. Neben den Jaguartouren kann man auf dem Hotelgelände die seltenen Hyazinth - Araras fotografieren, die regelmäßig vorbeikommen und meist ein großes Spektakel veranstalten.

 

 

Ein weiteres Highlight einer jeden Pantanalreise ist eine kleine, eher einfach gehaltene Pousada entlang der Transpantaneira. Hier ist der Tierreichtum besonders groß und es ist immer wieder eine Freude, hier zu sein. Obwohl in diesem Jahr vieles anders war als in den Jahren zuvor, haben wir dennoch tolle Fotos machen können. Tukane, Aracaris, Tagschläfer, Rosa Löffler, Tapire und natürlich auch viele Jacares (Kaimane) haben für ein spannendes Programm und viel Abwechslung gesorgt. Bootstouren auf der benachbarten Pousada haben die Tage abgerundet und mit vielen schönen Fotos ergänzt. So war die Fotoausbeute doch noch deutlich höher, als wir es im ersten Moment erwartet hatten.

 

 

Weiter ging es zu einer wunderschönen Pousada weiter östlich im Pantanal gelegen, die nicht auf Liste einer „normalen“ Pantanalreise zu finden ist. Was mich aber besonders erfreut hat, waren die Adleraugen von unserem super Fahrer und Guide. Kurz vor unser Pousada trat er plötzlich auf die Bremse – ich schaute ihn fragend an und er sagte grinsend „Sunbittern“. Der Vogel, auf den ich schon so lange gewartet hatte. Wenn er so an einem Tümpel steht, ist er unauffällig. Wenn er aber seine Flügel ausbreitet, bietet er einem einen wunderschönen Anblick. Und genau dies hat er uns dann auch gezeigt, so dass wir alle, diesen tollen Vogel fotografieren konnten. Die Bungalows waren wie immer superschön, das Essen gut und die Caipirinhas am Abend haben dafür gesorgt, dass wir richtig viel Spaß hatten. Ein besonderes Highlight hier sind u.a. die Skimmer (Scherenschnäbel), die man am Ufer des Sees an einer Stelle sehr gut fotografieren kann. Die Königsdisziplin waren Highkey – Wischeraufnahmen und das möglichst von mehreren Tieren gleichzeitig. Und ja, wir haben es geschafft 😊. Aber auch die Rosa Löffler und streitende Eisvögel (zweite Tour) waren die absoluten Highlights… So gingen zwei tolle Touren zu Ende und alle Teilnehmer sind mit beeindruckenden Fotos nach Hause zurückgekehrt. Für mich begann einen Tag nach der ersten Tour die zweite Tour mit neuen Gästen und ich kann nur sagen – ich könnte auch viermal nacheinander die gleiche Tour machen. Es gibt immer wieder neue Dinge zu entdecken und die Tierwelt bereitet immer wieder neue Überraschungen.

 

 

Nach der zweiten Tour ging es dann unmittelbar weiter in den Norden Brasiliens, wo meine dritte Brasilientour durch die Dünen von Lencois Maranhenses begann.

 

Mehr Fotos gibt es in der Pantanal Galerie...

Neue Reisen ins Pantanal sind für Juli / August 2025 geplant.

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