Eine letzte Runde durch Western Australia (49)
07.12.2025 – 9.1.2026 (760. – 793. Reisetag)
Uwe und ich treffen uns in Perth wieder. Die vorletzten Wochen in Western Australia stehen an und wir wollen uns Punkte anschauen, die wir sehr schätzen gelernt haben und gern noch einmal wieder sehen wollen.
Beim Abholen des Autos gibt es ein lustiges Missverständnis. Uwe kommuniziert mit Mark, der am kommenden Tag unsere neue Musikanlage in die Fahrerkabine einbauen will und verabredet sich mit ihm für den nächsten Tag. Als Uwe den Rockhopper abholen will, ist niemand da. Erst in diesem Moment realisiert er, dass der Besitzer des Storages, in dem unser Auto steht, auch Mark heißt. Glücklicherweise ist dieser telefonisch erreichbar und innerhalb einer halben Stunde vor Ort.
So können wir unser Auto in Betrieb nehmen und übernachten wieder an unserem gewohnten Platz. Am nächsten Morgen fahren wir zum Audio-Mark, der uns mit seiner Frau Agnes herzlich begrüßt und mit denen wir uns während des Tages ein wenig anfreunden. Abends sitzen wir mit den beiden zusammen in unserem Auto und trinken einen Aperol. Agnes, die aus Ungarn kommt, ist überaus sympathisch, und uns allen geht der Gesprächsstoff nicht aus. Die High-End-Musikanlage mit Subwoofer usw. baut Mark problemlos ein und wir sind absolut begeistert von dem Sound. Jetzt wissen wir, weshalb es uns bisher so wenig gereizt hat, Musik zu hören. Nun ist es endlich ein Genuss, so dass wir auch bei geringer Lautstärke Musik und kein Geplärre hören. Die Ausgabe hat sich gelohnt.
Während der folgenden fünf Wochen werden wir viele unserer Bekannten aus den letzten zwei Jahren treffen. Wir hätten nicht gedacht, dass es so viele Leute sein würden. So treffen wir an der Safety Bay, dem Kitespot südlich von Perth, Florian wieder. Ihn haben wir nur sehr kurz vor unserer letzten Abreise kennengelernt. Seine Frau Jasmin und sein Sohn Felix sind auch dabei. Wir stehen hier jetzt einige Tage, Uwe kitet und wir klönen viel miteinander. Felix ist 5 Jahre alt und hat einen Narren an mir gefressen. So werde ich hin und wieder in meine Großmutterrolle gedrängt und verbringe einige Zeit mit ihm allein. Er ist glücklich, wenn man mit ihm auf den Spielplatz geht, Lego baut oder malt. So können seine Eltern auch mal ein wenig ausspannen. Für ihn ist es auch eine Abwechslung. Es ist schon schwierig für ihn auf Reisen andere Kinder zu finden, die auch noch deutsch sprechen. So muss ich ein wenig herhalten.
Uwe lässt das Kiten wieder aufleben und gewinnt immer mehr an Sicherheit. Der Wind spielt einigermaßen mit und er ist glücklich. Vier Nächte verbringen wir dort und genießen die vertraute Umgebung
Nun geht es weiter in den Norden. Auf der Fahrt nach Geroldton haben wir genug Zeit unsere neue Musikanlage auszuprobieren und zu nutzen. Es sei denn, ich lese unseren Roman weiter vor. Angekommen treffen wir Ulrike und Wilhelm, mit denen wir schon auf der Yorkpeninsula zusammen waren. Gemeinsames Essen und ein Tag auf dem Campground am Sunset Beach folgen. In Geroldton fällt in der ersten Nacht wegen eines Gewitters flächendeckend der Strom aus. Als wir auf dem Campingplatz ankommen, dürfen wir als erstes die Tiefkühltruhe nutzen und uns so viele Eis nehmen, wie wir wollen. Sonst würden sie alle auftauen und müssten weggeworfen werden. Da wir ja eine Tiefkühlbox im Auto haben, füllt Uwe sie mit bestimmt 30x Eis am Stiel. Manchmal ist es sehr praktisch, autark zu sein. Erst am Abend geht der Strom wieder an.
Uwe und ich besuchen spontan Heike und Ralf, die um die Ecke wohnen. Ich habe vor zwei Jahren bei ihnen mit dem Rockhopper auf dem Grundstück gestanden. Wir haben uns nicht angekündigt und sehen bei unserer Ankunft viele Autos vor der Tür stehen. Zufällig geraten wir in das Adventskaffeetrinken, das Heike jährlich veranstaltet. So bekommen wir sogar noch deutschen Käsekuchen serviert und lernen weitere nette, meist deutschsprachige Menschen kennen.
Wir sitzen viel mit Ulrike und Wilhelm zusammen und diskutieren über die Weltprobleme, die Autos und die Familien. Ulrike möchte sich gern wieder mehr bewegen, was wegen der Hitze, des Windes, der Fliegen, der Tour, etc. häufig ausfällt. So verabreden wir uns für morgens und rollen zu dritt die Yogamatten aus. Uwe hat tatsächlich ein paar Tage vorher erklärt, dass er ab jetzt mit mir Yoga macht. Ich bin begeistert, denn so muss ich mich nicht immer allein aufraffen. Per Youtube, von Mady Morrison angeleitet, präsentieren wir uns einfach auf dem Campingplatz. Das stört niemanden und man gewöhnt sich mit der Zeit daran, dass die Leute einen sehen. Es tut uns allen gut. Das ist schließlich die Hauptsache.
Nach einem gemeinsamen Besuch einer Fotoausstellung und einem Frühstück in der Nähe des Geroldtoner Museums trennen wir uns. Der Wind wird immer besser und Uwe möchte unbedingt aufs Wasser. Die anderen beiden haben noch einiges vor, bevor sie Perth ihr Auto in die Mercedeswerkstatt bringen, um lange fällige Reparaturen noch vor Weihnachten erledigen zu lassen.
Die nächsten vier Nächte verbringen wir am Coronation Beach. Wir haben einen schönen Platz ergattert und können dort ruhig für wenig Geld stehen. Die Tage sind bestimmt vom Kiten, Yoga bzw. Gymnastik machen, Fotos sortieren und bearbeiten, mit anderen Campinggästen klönen und essen und schlafen. Richtiger Urlaub also! Uwe fühlt sich immer sicherer auf dem Kiteboard und arbeitet jetzt wieder und wieder an seiner Sprungtechnik. Ein never endig Thema! Aber er macht Fortschritte und fühlt sich inzwischen auch auf den Wellen sicherer. Ich treffe Nina wieder und wir freuen uns über unser Wiedersehen.
Wie immer in Western Australia dreht der Wind nach einigen Tagen auf Landwind. Das bringt Hitze und Fliegen. Wir verlassen deshalb Coronation Beach und fahren zur Shark Bay. Dort treffen wir Nick und Mascha wieder, die Uwe direkt vor unserer Abfahrt vom Coronation Beach kennen gelernt hat. Nick besucht seine Freundin hier für drei Wochen, die in Melbourne für ein Jahr an einem Teil ihrer Promotion in Biochemie arbeitet. Sie lernt das Kiten gerade, während er schon ein wenig fortgeschrittener ist. Wir erkunden die Kitestrände in Denham. Der Wind ist recht böig, so dass es uns auf den Campingplatz zieht. Die 35 °C tun ihr Übriges dazu. So hängen wir am Strom und können unsere Klimaanlage bedenkenlos nutzen und uns abkühlen.
Für nachmittags haben wir einen Rundflug gebucht. Da der Preis pro Flugzeug und nicht pro Person berechnet wird, versuchen wir noch jemand Drittes zu finden. Das Budget unserer neuen Weggefährten ist leider zu klein, jedoch deren Freunde zeigen Interesse. So kommt Guillaum aus Belgien mit uns. Uwe und ich werden doppelt gesichert, damit wir nicht aus dem Flugzeug fallen, denn für uns ist die Tür ausgebaut. So kann man besser fotografieren. Uwe hat wie immer den Premiumsitz mit der besten Sicht. Ich sitze direkt hinter dem Piloten und habe so häufig entweder den Türrahmen oder Uwes Kamera zum Teil vor der Linse. Dennoch bekomme ich schöne Fotos hin. Auch dieses Mal ist der Flug superschön. Die Salzseen, die man nur vom Flieger aus von oben sehen kann, haben sich seit 2 Jahren kaum verändert. Aber die Lagunen sind wieder faszinierend und eindrucksvoll. Alle drei kommen wir völlig geflasht unten an. Für Gui war es der erste Flug dieser Art und höchst wahrscheinlich nicht der letzte.
Auch hier an der Shark Bay bleiben wir vier Nächte und genießen diese umwerfende Natur. Das Wasser ist so klar wie in der Badewanne. Wir fahren wieder die Sandstrecke, die wir vor zwei Jahren mit den deutschen Jungs schon mal gemacht haben. Damals kam sie uns extrem sandig und hügelig vor. Unsere Erfahrungen in der Simpson Desert haben unsere Wahrnehmung offenbar verändert. Wir finden die Strecke supersimple. Einzig der letzte Teil verunsichert uns ein wenig, da wir hier über nassen Strand fahren müssen. Auf dem Hinweg am Abend vermeiden wir dies, so gut es geht und weichen eher auf steinigen und sandigen Boden aus. Das Wasser steht sehr hoch und wir haben überhaupt keine Lust, den Rockhopper im salzigen Wasser zu versenken. Als wir morgens aufwachen, erschlägt uns als erstes die Hitze. Als hätte jemand die Sauna angeheizt. Früh um 5 Uhr setzen wir uns in den spärlichen Schatten und lassen die Drohnen fliegen, da wir die türkisfarbenen Wasserströmungen unbedingt einfangen wollen. Die Fliegen sind aber auch schon wach und trotz der Fliegenmasken nerven sie rum. Dennoch lohnt sich die Fliegerei ungemein. Aber das könnt ihr an unseren Bildern selbst erkennen.
Das Wasser ist immer noch recht hoch, als wir versuchen, die Wasserströmungen zu erkunden. Vor zwei Jahren konnten wir einfach geradeaus gehen und kamen zu einem flussartigen Strom, der uns mit Hilfe seiner Strömung zurücktreiben ließ. Das geht diesmal nicht. Wir machen einen großen Bogen und trauen uns erst dann über das flache Meer dorthin. Der Blick ist sagenhaft. Uns umgibt eine unendliche Weite mit hellblauem Himmel und türkisfarbenem Meer. Als wäre die Welt nie zu Ende und alles nur Wasser und sanftes Licht – unbeschreiblich schön. Wir gehen ins Wasser, spüren aber eine recht intensive Strömung. Das Wasser ist angenehm warm und wir setzen uns einfach hinein. Uwe erschrickt sich dann plötzlich sehr, weil eine mittelgroße Wasserschlange an seinen Po stößt. Ein Ranger erklärt uns später, dass Wasserschlangen häufig Interesse an länglichen Dingen wie Arme oder Beine zeigen. Sie wickeln sich auch manchmal darum. Wenn es ganz dumm kommt, beißen sie auch zu. Meistens sind sie jedoch friedlich und nicht jeder Biss ist mit Gift versetzt. Nur wenn sie sich extrem bedroht fühlen, kann es eng werden. Nun, Uwe hat Glück! Die Schlange findet ihn langweilig und schwimmt einfach weiter.
Wir sehen Rochen und Haie und noch viele andere uns unbekannte Fische durch das Wasser ziehen. Der Rückweg zum Auto ist jetzt kürzer, da wir den direkten Weg nehmen. Das Wassertreten strengt halt nur ein wenig an. Auch die Autofahrt zurück ist einfacher als gedacht. Das Wasser ist zurückgewichen und die Strecken direkt auf dem Meeresboden stellen sich als sehr hart heraus. So kommen wir entspannt auf dem Campground an und begehen einen friedlichen Heiligabend.
Der Morgen am Boxingday (25.12.) ist lustig. Überall bekommen die Kinder ihre Geschenke und kurz danach fahren zwei Feuerwehrautos über den Platz. Im vorderen sitzen 2 Weihnachtsmänner und verteilen bei lauter Musik kleine Tüten an die Kinder, aus dem hinteren Wagen springen einige grün verkleidete Grinches, die allen die Laune verderben wollen. Da sie dazu Wasserpistolen benutzen, erreichen sie eher das Gegenteil. Bei der Hitze lässt sich jeder gern nass spritzen.
Der Grinch hat seinen Ursprung in einem amerikanischen Kinderbuch von 1957 mit dem Titel „How the Grinch stole Christmas!“ von Dr. Seuss, dass inzwischen mehrfach verfilmt wurde. In einem Zeichentrickfilm wurde der Grinch dann grün.
Wir verlassen die wunderschöne Gegend um Shark Bay, da der Wind wieder auffrischen soll und der Kitestrand ruft. Vorher verbringen wir noch eine Nacht an der Hutt Lagoon. Die Vögel sind zwar noch da, aber nicht sehr kooperativ. Dafür haben sich die Farben der Becken von BASF intensiviert. Auch dies könnt ihr auf den Fotos erkennen. Ich habe im Abendlicht immerhin einen der kleinen Vögel, die sonst immer im Schwarm unterwegs sind, im schönen Licht erwischt.
Am Coronation Beach ist es jetzt sehr voll. Wir bleiben wieder vier Nächte, haben aber keine Chance auf einen Stellplatz. So stehen wir tagsüber auf den Parkplätzen für Tagesbesucher und suchen uns nachts einen Stellplatz im Gebüsch ca. 1-2 Kilometer entfernt. Die Menschen hier sind alle freundlich und entspannt. Die Kiter diskutieren stundenlang über die Größe der Kites und die Windsurfer über die Größe des Segels. Nur zu den Foilern haben wir keinen Kontakt. Vielleicht diskutieren sie nicht so viel???
Auch diesmal beginnt unser Tag mit Yoga. Dann gibt es Frühstück und je nach Windstärke dann eine Kitesession. Diesmal fotografiere ich wieder und sitze gefühlt stundenlang am Strand. Aber auch hier gibt es einige hübsche Bildchen. Uwe ist jedenfalls sehr zufrieden mit seiner Kiterei und nimmt nur schwer Abschied davon. Ca. zwei Wochen vor einer Fototour geht er in der Regel nicht mehr aufs Wasser, da er Verletzungen befürchtet und auf keinen Fall seine Tour in Frage stellen will. Seine Kunden werden es ihm danken. Wir verabschieden uns von Geroldton, indem wir das Auto in der Waschanlage von dem roten Sand und Staub befreien, der in jede Ritze vorgedrungen ist. Uwe arbeitet draußen, ich drinnen. Das Grobe kriegen wir hin, aber erfahrungsgemäß finden wir den Sand in den nächsten Wochen überall und es dauert seine Zeit, bis alles wieder sauber ist.
Nun geht es zurück nach Perth. Ulrike und Wilhelm, die ja schon länger dort sind, melden sich. Kein Ersatzteil war bestellt gewesen, alles hat sich verzögert. Sie haben Glück, dass es trotzdem noch mit den Reparaturen vor Weihnachten geklappt hat. Auch die Reifen sind ersetzt worden. Nun hat Ulrike undefinierbare Beschwerden am Auge, die sie wegen der Feiertage nicht so gut klären kann. So verabreden wir uns und verbringen den Jahreswechsel miteinander.
Unsere Pakete sind bei Helke und Günther angekommen. Wir holen sie dort raus und bleiben wie immer etwas länger als gedacht. Günther ist in der Nacht mit extremen Schulterschmerzen aufgewacht. Wahrscheinlich ist ein Muskel oder eine Sehne gerissen. Auch hier muss er bis nach den Feiertagen warten, da so gut wie niemand in den Praxen und Krankenhäusern arbeitet. Das ist hart, wenn man wirklich starke Schmerzen hat.
Silvester haben wir schon lange nicht mehr unter Menschen verbracht. Wir sind gespannt, wie es hier in einer 2,5 Millionen Metropole ablaufen wird. Wir sichern uns schon mittags einen Platz am Swanriver in einer Grünanlage gegenüber den angekündigten Feuerwerken. Bis zum Abend wird es dort richtig voll. Unzählige kleine und große Gruppen von Menschen treffen sich auf den Wiesen und lassen sich dort gemütlich nieder. Sie essen, trinken, spielen, lachen und reden. Nur der Eiswagen lässt leider seinen großen, stinkenden Generator laufen. Aber er macht das Geschäft des Jahres. Die Schlange der Eiswilligen bleibt bis Mitternacht lang.
Um 20:30 Uhr gibt es ein viertelstündiges Feuerwerk für die Kinder. Alle drängen sich ans Ufer, um besonders gut sehen zu können. Die Stimmung ist entspannt und das Feuerwerk wird mit Rufen des Staunens begleitet. Es ist unfassbar schön, was dort gezeigt wird. Uwe macht viele eindrucksvolle Fotos und sogar meine Handybilder können sich sehen lassen. Was für ein Service für die Bevölkerung! Es gibt nicht einen Knallkörper, nicht eine Rakete, die privat losgeschickt wird. Eine Ursache dafür ist sicherlich die Tatsache, dass es hier im Sommer überall schnell brennt. Wir sind in den letzten 3 Wochen in Western Australia an mehreren neuen Brandstellen vorbeigekommen.
Während des Abends versuchen wir in einem Restaurant einen Platz zu bekommen, weil wir gern einen Cocktail trinken würden. Aber das ist wirklich naiv! Natürlich ist alles ausgebucht oder – oh Wunder – es schließt um 23 Uhr.
Um Mitternacht startet das zweite Feuerwerk, das noch beeindruckender ist als das erste. Völlig geflasht stehen wir am Ende da und wünschen uns ein gegenseitig ein gesundes und frohes Neues Jahr. Langsam lehrt sich das Gelände. Zu unserer Überraschung können die Autos den Parkplatz nicht verlassen. Es hat sich ein ewig andauernder Stau gebildet. Niemand schimpft oder zeigt irgendwie Ungeduld. Wir gehen langsam schlafen, weil wir hoffen, dass an Neujahr niemand kontrollieren wird, ob wir dort gestanden haben oder nicht.
Den nächsten Morgen gehen wir sehr gelassen an, freuen uns über die extrem sauberen Wiesen und frühstücken genüsslich unter Bäumen mit Blick auf den Swanriver und die Skyline von Perth. Mit einem Glas Sekt begrüßen wir das Neue Jahr noch einmal!
Unser nächstes Ziel ist wieder einmal Rockingham. Wie viele Tage und Nächste haben wir dort verbracht? Wir haben sie noch nicht gezählt. Diesmal fahren wir zu Monika und Pos, die in der Schweiz leben, aber jedes Jahr einige Wochen Urlaub in ihrem Haus in Port Kennedy machen. Vor zwei Jahren haben sie mir in ihrem Vorgarten einen Stellplatz gegeben, so dass ich in Ruhe für meine Prüfung lernen konnte. Die Kinder erinnern sich nicht wirklich an mich. Dazu waren sie damals noch zu klein. Sie fassen aber schnell Vertrauen und sind von Uwes Drohne ganz begeistert. Nach einem langen Gespräch bei der Ankunft, begibt sich Uwe aufs Dach des Rockhoppers und putzt es sehr gründlich. Die meisten Waschanlagen sind dafür zu niedrig, doch hier unter freiem Himmel geht es richtig gut. Nach einem gemeinsamen Essen gehen wir an diesem Tag sehr früh zu Bett. Die Neujahrsnacht hinterlässt ihre Spuren. Am nächsten Tag putzen wir weiter, wachsen und polieren den Lack des Autos und kommen einen großen Schritt voran.
Es geht weiter gen Süden und jetzt klappern wir noch ein paar Tailing Ponds ab, an denen wir auch schon zweimal gewesen sind. Uwe findet neue Farben und Muster vor. Das Wetter ist wieder viel heißer geworden und mein Kreislauf sackt in den Keller. Ab 32°C bin ich einfach sehr schlapp. Wir übernachten zweimal auf freien Campgrounds, von denen besonders der Greenwishes Pool Platz sehr schön ist. Gegen eine Spende kann man dort übernachten und findet einen schönen von vielen Pflanzen umgebenen See vor, der sogar einen kleinen Sandstrand hat. Es handelt sich um ein Regenerationsgebiet der anliegenden Siliziummine.
Anschließend fahren wir nach Augusta, wo es zum Glück etwas kühler ist und ein angenehm leichter Wind weht. Hier laufen wir zu produktiven Höchstformen auf. Uwe bringt in zweieinhalb Stunden Arbeit die neuen, großen Schmutzfänger für die Vorderreifen an. Das ist mühsam, da die eine oder andere Schraube nicht rausgeht oder nicht mehr fasst. Mir zerspringt beim Tee aufgießen tatsächlich ein Becher, der seit 5 Jahren artig seinen Dienst versehen hat. Plötzlich ist ihm das Wasser zu heiß und es knackt richtig, bevor es sich über den Tisch ergießt. Glücklicherweise bekomme ich davon nichts ab und kann den Schaden mit zwei Handtüchern schnell begrenzen. Ich schreibe den aktuellen Block fast in einem Rutsch runter. Wir sind beide sehr zufrieden mit unserer Effektivität, auch wenn noch nicht alles fertig ist.
Von Augusta aus, geht es wieder in Richtung Fremantle. Wir klappern weiterhin die Tailing Ponds ab und beginnen so langsam unser Auto für die 4 Monate im Storage vorzubereiten. Alle Schränke und Schubladen werden gesäubert und ausgemistet. Viele Gedanken machen wir uns ums Gepäck. Wir wollen alles Wichtige aber ja nichts Unnötiges mitnehmen. Das Gewicht ist begrenzt und unsere Wünsche erscheinen unermesslich. Da heißt es, sich einzuschränken und wirklich mit wenig auszukommen. Da wir in Japan mit -25°C und auf Bali mit 35°C rechnen, ist das ein schwieriger Prozess. Die Beschränkungen der Fluggesellschaften verschärfen die Situation noch einmal. Dasselbe gilt natürlich für die Fotoausrüstung.
Wir reisen schließlich mit 3 Reisetaschen à 23 kg. Uwe nimmt zwei davon und stellt eine davon in Tokio unter, da wir 3mal in dasselbe Hotel kommen. So können wir auf den Reisen dazwischen mit zwei Taschen und zwei Fotorucksäcken auskommen. Die Laptoptaschen kommen noch dazu und wir sind beide immer gut bepackt.
Unsere Zeit in Perth schließen wir mit einem gemütlichen Essen mit Helke und Günther ab. Hierher kommen wir immer wieder gern zurück.

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