Costa Rica - definitv eine Reise wert!

Nach mehrmaligem Ein- und Aussteigen in Panama City steht es fest: Hier endet für uns wegen schlechten Wetterbedingungen in San Jose (Costa Rica) vorerst unsere Reise nach Costa Rica. Nach 27 Stunden auf den Beinen landen wir endlich im 26. Stock eines sehr luxuriösen Hotels in Panama City, wo man uns um 00.30 Uhr Ortszeit noch ein leckeres Buffet serviert. Während in Panama City bereits eine Tasche von unserem Fluggepäck fehlt, fehlen am nächsten Tag in San Jose sogar zwei von drei Taschen. So etwas ist uns noch nie zuvor passiert... Ab jetzt wird aber alles schlagartig besser. In der nächsten Nacht werden unsere beiden Taschen im Hotel angeliefert, die Übernahme unseres Toyota Highlux mit 2 Dachzelten (mein Sohn Jona hat uns für die ersten 2 Wochen begleitet) klappt hervorragend und so kann es nach einem großen Einkauf endlich losgehen.
Costa Rica war schon immer ein Land, dass wir gerne einmal besuchen wollten. Besonders die Rotaugenlaubfrösche haben mich seit Jahren begeistert und ich hoffte, irgendwann auch einmal die Möglichkeit zu bekommen, diese fotografieren zu können. 5 ½ Wochen sind wir jetzt unterwegs und können das kleine Land ein wenig kennenlernen. Ob Karibikküste, tropischer Regenwald, Nebelwald auf 2700m Höhe oder die wunderschöne Pazifikküste – Costa Rica bietet viel Abwechslung. Schnell stellen wir fest, dass wir unseren Rockhopper doch sehr vermissen. Regenzeit in Costa Rica heißt, dass es nahezu jeden Tag regnet, und das ist im Auto mit Dachzelt und drei Personen nicht immer ganz leicht. Auf der anderen Seite ist es fotografisch deutlich interessanter, wenn es auch einmal regnet und die Sonne nicht immer vom Himmel strahlt. Manchmal freuen wir uns über den Regen sogar richtig... Letztendlich sind wir die gesamte Zeit damit beschäftigt, fotografisch interessante Orte zu finden, denn wir wollen diese mit interessierten Fotografen auf einer Fotoreise wieder besuchen. Wer also Costa Rica einmal fotografisch mit einem Top Guide aus Costa Rica und mir erkunden will, sollte hier schauen: Fotoreise – Costa Rica.


Nach recht feuchten Tagen an der Karibik, die eigentlich der Erholung dienen sollten, geht es in die tropischen Tieflandgebiete nördlich von San José. Der Regen hat uns fest im Griff, aber die fotografischen Motive spielen mit. Neben der tollen Möglichkeit Kolibris und Frösche zu fotografieren, steht auch der 18. Geburtstag meines Sohnes Jona auf dem Programm. Endlich ist er volljährig, darf sogar einen Handyvertrag selber abschließen und mehr und mehr Verantwortung für sein Leben übernehmen. Nach gut 2 Wochen reist er für weitere 2 Wochen mit einem überschaubaren Reisebudget allein durch Costa Rica. Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten hat er diese Aufgabe mit Bravour gelöst und ist tatsächlich zu Hause wieder angekommen. Da freut sich der stolze Vater :D.


Ein absolutes Highlight im tropischen Tiefland Costa Ricas ist die Laguna Largarto Lodge. Wir besuchen sie gleich zweimal, da es uns dort so gut gefällt. Sie wird von Kurt geführt, einem Costa Ricaner, der in Deutschland studiert und anschließend die Lodge seines deutschen Vaters übernommen hat. In einer wirklich paradiesischen Umgebung, eingebettet in eine Lagune, in der einige nachtaktive Kaimane leben, befindet sich die Lodge tief im tropischen Regenwald Costa Ricas unweit der Grenze zu Nicaragua.

Es gibt hier komfortable Zimmer mit Bad und Ventilator. Das ist bei dem heißen und schwülen Wetter schon eine richtige Erleichterung. Der Essens- und Aufenthaltsraum ist überdacht und man kann von dort, ungestört vom Regen, wunderbar die Vögel und die neugierigen Nasenbären beobachten. Sobald es hell wird und die Bananen an dem extra dafür gebauten Stamm hängen, kommen nach und nach Tukane, Aracaris, Oropendulas und viele bunte Singvögel vorbei. Die Vögel liefern sich immer wieder kleine, putzig ausschauende Kämpfe um den besten Futterplatz, so dass es mit ein wenig Geduld gelingt, schöne Fotos mit Interaktion zu machen. Auch der Regen steht den Tieren häufig gut zu Gesicht.

Ein Regenwaldspaziergang ist, wie so oft im Regenwald, nicht besonders ergiebig, da es zwar viele Arten gibt, die aber auf ein großes Terrain angewiesen sind und deshalb nur sehr selten und zufällig dem Wanderer begegnen. Will man aber Schlangen oder Frösche fotografieren, so braucht man einen einheimischen Guide, der genau weiß, wo man sie antrifft, um diese dann gut in Position zu bringen und effektvolle Fotos zu erhalten. Ein schwieriges Unterfangen, wobei wegen der Giftigkeit der Schlangen auch äußerste Vorsicht geboten ist.

Besonders eindrucksvoll ist die Fotografie der Königsgeier, die es hier in der Gegend gibt. Benze Marte, der bekannte, ungarische Fotograf, hat hier auf der Lodge einen Hide gebaut. Nur wenige hundert Meter von den Gebäuden entfernt, betritt man eine gut getarnte Hütte, die aus einem kleinen Vorraum und einem länglichen Raum mit Fenstern und einigen Bürostühlen besteht.  Wenn man sich dort hinsetzt, kann man durch das verspiegelte Glas die Königgeier beobachten, wie sie zwei Rinderköpfe abernten, ohne die Tiere zu stören Es gibt in Sichtweite einige Äste, auf denen die Tiere sich ausruhen und von denen aus sie zu ihrer Beute fliegen. Da die Tiere uns nicht sehen können, kommen sie manchmal auch sehr nah an die Scheiben heran. Stark beeindruckt haben wir diese Fotosession genossen.

Ein weiteres Highlight ist der Garten des Geschäftsführers der Lodge. Er wohnt im angrenzenden Dorf und füttert dort regelmäßig Vögel. Viele, viele Stunden haben wir dort auf halb zerfallenen Plastikstühlen gesessen und die kleinen Vögel wie der Kappennaschvogel (Green Honeycreeper), der Rotfußhonigsauger (Red-legged Honeycreeper), den Azurnaschvogel (Shining Honeycreeper), den Blaukopfpitipit (Blue Dacnis) und unzählige weitere fotografiert. Aber auch Kolibris und wunderschöne Spechte kommen nicht zu kurz. Die Kolibris trinken meistens an den aufgehängten, mit Zuckerwasser gefüllten Flaschen. Da diese auf dem Foto nicht so gut wirken, haben wir mit viel Geduld versucht, sie auf Blumen umzuorientieren. Mit ein wenig Geduld bekommt man schöne Fotos von ihnen und ist immer wieder überrascht, wie nah einem die Vögel kommen.


Mein Sohn Jona, der ein begeistertet Kiter ist, wollte unbedingt nach Bahia de Salinas, das im äußersten Nordwesten Costa Ricas an der Grenze zu Nicaragua gelegen ist. Hier findet man unserer Meinung nach den schönsten Strand am Pazifik. Das ist Wasser klar, der Sand weiß und die Anlagen sind gepflegt und zumindest im Juli recht menschenleer. Und wir haben sogar das Glück, an diesen Tagen Wind zu haben, der es Jona ermöglicht zu kiten – für diese Jahreszeit eher ungewöhnlich.


Wir fahren weiter entlang der Küste auf der Nicoya Halbinsel. Unser Ziel ist Ostional, wo wir hoffen, ein paar Schildkröten bei der Eiablage beobachten zu können. Wir lernen Gilbert kennen, der seit 25 Jahren an dem Strand lebt und sein gesamtes Leben dem Schutz der Schildkröten verschrieben hat. Bei einer morgendlichen Tour mit ihm entdecken wir, wie im Sand aus einem Loch plötzlich ca. 100 kleine Schildkrötenbabys krabbeln und sich auf den Weg zum Meer machen. Wir sind sehr berührt und versuchen mit einer Gruppe englischer Volunteers den Weg der kleinen Tiere ins Meer zu sichern, damit sie nicht von den Geiern weggeschnappt und zum Frühstück verspeist werden. Unglaublich wie diese kleinen Geschöpfe, die gerade aus dem Ei geschlüpft sind, es schaffen sich aus dem Sand auszubuddeln und den richtigen Weg in Richtung Meer einzuschlagen. Wenn man das mit den hilflosen Babys der Menschen vergleicht.... Auch ein paar große Weibchen krabbeln aus dem Meer heraus über den Strand, um dort ihre Eier ablegen zu können. So etwas haben wir noch nie gesehen und sind daher sehr beeindruckt. Gilbert erzählt uns, dass in ca. 8 Tagen eine große „Arribada“ von Tausenden Schildkröten erwartet wird. Das wollen wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Wir verwerfen unsere gesamte Reiseroute und planen alles so um, dass wir in 8 Tagen wieder hier sein können. Ab jetzt heißt es nicht mehr gemütliches Reisen sondern richtig Gas geben, um in den äußersten Südwesten Costa Ricas auf die Halbinsel Osa mit dem Nationalpark Corcovado zu gelangen, der als besonders Tier reich beschrieben wird.


Wie erwartet regnet es im Südwesten Costa Ricas zu dieser Jahreszeit noch mehr, als in den übrigen Landesteilen. Die letzten 45 km bis zu dem kleinen Ort Drake Bay sind mit einem normalen PKW nicht mehr zu befahren. Auch für uns endet die Tour vorerst an einem Fluss, den wir durchfahren müssen, und der eine so starke Strömung hat, dass es mich beim vorsichtigen Durchwaten fast wegspült. Wir schließen uns den wartenden Einheimischen an, die ihren Fluss genau kennen. Man versichert uns zwar, dass unser Auto das schaffen würde, aber wir sind vorsichtig. Nach ca. 2 Stunden, als der Wasserstand ein wenig gefallen ist, wagen wir es. Mit viel Trickserei erreichen wir das andere Ufer, ohne dass das Auto vom Wasser mitgerissen wird. In Drake Bay buchen wir eine Schnorcheltour zur Isla de Cano, die für ihre Unterwasserwelt bekannt ist. Leider ist das Wasser aufgrund der starken Regenfälle der letzten Tagen nicht sehr klar, so dass man die Schönheit mehr erahnen als sehen kann. Dennoch haben wir unsere erste Schildkröte im Wasser schwimmend gesehen – ein tolles Erlebnis. Nach nur wenigen Tagen geht es wieder zurück in Richtung Nicoya Halbinsel. Auch wenn die Distanzen in Costa Rica eher gering sind, dauert wegen der kurvenreichen Straßen und vielen LKWs alles sehr lange. Wenn man eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h schafft, ist man sehr gut dabei, und so kommen wir erst nachts wieder auf Nicoya an.


Als wir am nächsten Morgen an den Strand gehen, sind weit und breit keine Schildkröten zu sehen. So ist das halt mit der Natur – auf Bestellung klappt da gar nichts. Wir verbringen einen entspannten Tag und hoffen auf den nächsten Morgen. Und wir haben Glück! Tausende Schildkröten kommen an den Strand – eines der beeindruckendsten Ereignisse, dem wir je beiwohnen durften. Noch dazu brennt der Himmel rot, bevor die Sonne aufgeht. Völlig begeistert bleiben wir noch einen weiteren Tag, da so eine „Arribada“ mehrere Tage dauert. Was wir am nächsten Morgen am Strand sehen, ist unfassbar. Der gesamte Strand ist umgewühlt! Die meisten Tiere sind aber schon wieder im Meer verschwunden. Man sagt uns, dass in der Nacht ca. 80.000 Schildkröten am Strand gewesen sind. Wir können unser Glück kaum fassen und verlassen sehr eindrücklichen Ort.


Weiter geht es zurück in das nördliche Tiefland Costa Ricas, wo wir einige bereits zuvor besuchte Ort noch einmal aufsuchen und einige spannende Stellen zum Fotografieren neu entdecken. Frösche, Schlangen und Kolibris stehen auf der To do Liste. Einfach klasse, was hier so alles fliegt und kriecht. Natürlich fahren wir auch wieder zur tollen Laguna Largato Lodge und genießen die tollen Fotomöglichkeiten.


Was wäre aber Costa Rica für einen Fotografen, ohne den Göttervogel – den Quetzal -  fotografiert zu haben. So geht es hinauf in den Nebelwald Costa Ricas auf über 2500 Meter, wo der Quetzal zu Hause ist. Frisch ist es da oben, aber es gibt viel zu sehen. Neben dem Quetzal kann man auch wunderschöne Kolibris fotografieren, die ungestört vom Regen fleißig unterwegs sind, um ihren Tagesbedarf an Kalorien zu decken. Wir suchen verschiedene Orte und Lodges auf, um einen Eindruck von den verschiedenen Locations zu bekommen. Nach 3 Tagen Kälte entscheiden wir uns spontan noch einmal an die Pazifikküste zu fahren. Und das Wetter meint es gut mit uns – strahlender Himmel, ein Stellplatz unter Palmen, einfach paradiesisch. So genießen wir unsere letzten zwei Tage, bevor es zurück nach San Jose geht, von wo aus wir zurück nach Deutschland fliegen.


Uns hat Costa Rica so gut gefallen, dass ich mich entschieden habe, im Sommer 2019 eine Fotoreise nach Costa Rica anzubieten. Ein wirklich tolles Land, dass gerade für Fotografen unendlich viel zu bieten hat. Wer ein wenig Lust bekommen hat, ist herzlich eingeladen, mich auf der Fotoreise zu begleiten.

Weitere Infos findest du hier: Fotoreise Costa Rica 2019

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