Costa Rica 2019 – schön war‘s….

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Ende Juni war es endlich soweit – es ging los nach Costa Rica. Ganze 5 ½ Wochen bin ich in Costa Rica geblieben, von denen ich 15 Tage mit meinen Gästen unterwegs war, immer auf der Suche nach dem besten Licht, den besten Photo Locations, dem besten Blickwinkel. Aber der Reihe nach: bereits in Frankfurt traf ich mich mit fast allen Teilnehmern am Flughafen und wir flogen gemeinsam sehr entspannt immer der untergehenden Sonne hinterher, bis wir schließlich um 17.55 Uhr in Costa Rica landeten. Schnell ein bisschen Geld wechseln, eine Sim-Karte kaufen und schon war der Flughafen Vergangenheit. Auf uns wartete ein Fahrer, der uns direkt ins Hotel brachte. Dort trafen wir dann auf den letzten Teilnehmer der Fotoreise, so dass wir nun vollzählig waren. Nach dem Abendessen wollten wir alle nur noch schnell ins Bett, da es bei uns in Deutschland ja bereits schon kurz vor 5 Uhr in der Früh war.

Nach einer ruhigen Nacht wurden wir am nächsten Morgen von unserem Fahrer und Guide José abgeholt, der uns sicher zu unserer Unterkunft - im Nebelwald von Costa Rica auf 2700m gelegen - brachte. Frisch war es dort oben schon. Kaum zu glauben, dass wir uns in einem tropischen Land befanden… Neben einem herrlichen Ausblick hatten wir hier die Möglichkeit, wunderschöne Kolibris – der Feuerkehlkolibri (Fiery throated colibri) ist ganz besonders farbenprächtig– zu fotografieren. Schnell waren die Feeder auf der Terrasse des Hotels ab- und eine schöne Blüte aufgehängt und wir konnten loslegen mit der Kolibri-Fotografie. Diese kleinen schnellen Vögel zu fotografieren, ist nicht ganz einfach, aber wenn man weiß, wie es geht, kann man doch zu tollen Ergebnissen kommen. Unser Hotel hatte eher den Charakter einer Berghütte und so waren besonders meine Schweizer Gäste von der sehr urigen Unterkunft in kleinen Holzhütten sehr begeistert. Nach einem leckeren Abendessen und einer sehr ruhigen Nacht ging es am nächsten Morgen bereits um 5 Uhr los, um den geheimnisvollen Göttervogel, den Quetzal, zu fotografieren. Da unser Hotel mit den umliegenden Farmern sehr gut vernetzt ist, wusste unser Guide ziemlich genau, wohin wir fahren mussten. Und tatsächlich hatten wir Glück – wir konnten gleich mehrere Quetzale fotografieren. Natürlich braucht man Geduld, bis sich ein Quetzal so passend auf einen Ast setzt, dass man ihn gut mit der Kamera einfangen kann, aber das genau ist ja „part of the game“. Zurück im Hotel ging es nach dem Frühstück gleich weiter – diesmal aber auf einer speziell dafür hergerichteten überdachten Terrasse, wo wir vor den Regenschauern geschützt waren und wo wir mit Hilfe einer Multiblitzanlage wunderschöne Kolibriaufnahmen machen konnten. Die Ungeduld unter den Teilnehmern war groß, da immer nur 4 gleichzeitig fotografieren konnten, und wirklich jeder total begeistert und damit auch ehrgeizig war, ein immer noch besseres Foto zu machen. So wurde genau auf die Uhr geschaut, damit auch wirklich niemand zu kurz kam. Aber zum Glück gab es ja am nächsten Tag noch eine zweite Chance.

Mit schönen Quetzal- und Kolibrifotos im Gepäck sollte es dann nach der dritten Nacht hinab in das tropische Tiefland von Costa Rica gehen, aber da wurde uns zunächst kräftig ein Strich durch die Rechnung gemacht. Der Verkehr war an diesem Tag in ganz Costa Rica aufgrund von Streiks und Straßensperren lahmgelegt, so dass wir zunächst keine Möglichkeit hatten, zu unserem nächsten Hotel zu kommen. José, unser Fahrer, überprüfte unaufhörlich die Situation, bis er schließlich das Zeichen zum Aufbruch gab, da die Straßensperre an einer Schlüsselstelle für kurze Zeit geöffnet werden sollte. Schnell war das Gepäck in unserem Bus verstaut und los ging es. Die Straßen waren wie ausgestorben, wir durchquerten in Rekordzeit San José und fuhren hinab ins Tiefland bis an das Ende des Staus. Da war erst einmal Schluss… aber schon bald versuchten Autos hinter uns, auf der Gegenfahrbahn am Stau vorbei zur nächsten Abzweigung zu kommen und ich konnte Josè überreden, auch auszuscheren… so kamen wir tatsächlich „kamikazemäßig“ mit Hängen und Würgen und einer Riesenportion Glück bis zu unserer Abzweigung, wo wir abbiegen mussten. Geradeaus in Richtung Limón herrschte totales Chaos. Da wir etwas später als erwartet waren, änderte ich das Programm kurzfristig und wir fuhren zur Papageienfarm. Obwohl es nach Regen aussah, blieb es glücklicherweise trocken. Nasse Papageien sehen nämlich aus wie gerupfte Hühner und wollen nicht fliegen… Die Papageien leben zwar frei, kommen aber jeden Tag zu einer Farm, wo sie gefüttert werden und den Fotografie-begeisterten Touristen eine spannende Show liefern. Super happy über den trotz Startschwierigkeiten so gut verlaufenen Tag bezogen wir am Abend unsere neue Basis, wo wir drei Nächte blieben.

Am nächsten Tag standen Frösche auf dem Programm, die jeden Costa Rica Reisenden begeistern und jeden Fotografen in ihren Bann ziehen. So hatten wir die Möglichkeit, an zwei bis drei Sets Rotaugenfrösche, Glasfrösche, Pfeilgiftfrösche, den gekrönten Baumfrosch und viele mehr zu fotografieren. Dieses stellte sich aber als nicht immer so einfach heraus, da das Fokussieren frei Hand im Makrobereich ganz schön kniffelig ist. So passiert es doch schon mal schnell, dass die Augen nicht zu 100% scharf sind und man einen erneuten Versuch starten muss, bei dem nicht nur auf das scharfe Auge geachtet wird, sondern auch noch der Bildaufbau und die gute Gestaltung des Hintergrunds berücksichtigt werden. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit war das sowieso eine sehr schweißtreibende Angelegenheit, was erschwerend zu der anspruchsvollen Fotografie hinzukam. Wer wollte, konnte sich danach im Hotelpool erfrischen, Bilder durchschauen oder einfach ein wenig relaxen, denn bereits am nächsten Tag ging es früh am Morgen wieder los, um bei den Cataratas del Toro sowohl den beeindruckenden Wasserfall, als auch erneut Kolibris zu fotografieren. Der Wasserfall ist im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen, dafür haben aber trotz strömenden Regens die Kolibris eine nette Show geboten.

Nach drei Nächten geht es weiter in die Nähe von Boca Tapada dicht an der Grenze zu Nicaragua. Da es vom Licht her ganz gut passte, statteten wir den Aras zuvor spontan einen weiteren Besuch ab. Da es gar nicht so einfach ist, fliegende Papageien gut zu fotografieren, waren alle froh über diese zweite Chance. Obwohl die Papageien ein wenig träge waren, hat sich der Abstecher sehr gelohnt, da eine große Horde Kapuzineraffen über das Gelände tobte und den Papageien im wahrsten Sinne des Wortes die Show stahlen. Besonders Carina war überglücklich, endlich ein paar Säugetiere vor die Linse zu bekommen …

Kolibris, Quetzale, Frösche, Papageien, Affen – was sollte da noch kommen? Natürlich – die Tukane, Königsgeier und Fledermäuse fehlten noch. In unserem nächsten Hotel blieben wir deswegen gleich 4 Nächte. Kaum waren wir angekommen, ließen sich direkt vor dem Restaurant des Hotels 3 Tukane nieder und schlugen sich den Bauch an den dort aufgehängten Bananen voll. Natürlich verfielen alle in Hektik, um ein paar schöne Bilder zu machen. Ich winkte ab und wies darauf hin, dass das hier normal sei und wir viele solche Gelegenheiten haben würden... von wegen… Am nächsten Tag schienen die Tukane einfach keine Lust zu haben – oder noch besser: die wenigen, die erschienen, kamen während unserer Bildbesprechung – was für ein Timing…. Dafür machten wir uns aber gleich am ersten Abend auf, um Fledermäuse zu fotografieren. Ein tolles Erlebnis! Mit einer äußerst gut ausgeklügelten Technik kamen alle Teilnehmer zu wirklich beeindruckenden Fotos. Wir waren so begeistert, dass es auch an den folgenden Abenden Fledermäuse zum „Nachtisch“ gab. Alle hatten einen Riesenspaß, die Flugakrobaten zu fotografieren, die bei völliger Dunkelheit zielsicher die mit Zuckerwasser gefüllten Blüten fanden. Einfach unglaublich…. Ein weiteres Highlight waren die Königsgeier, die wir aus einem gut angelegten Hide sehr gut fotografieren konnten. Es ist wohl weltweit die beste Location, um Königsgeier aus nächster Nähe zu fotografieren. Geier zählen ja nicht gerade zu meinen Lieblingsmotiven, aber die Königsgeier sehen schon sehr cool aus. Glücklicherweise ließen sich dann am zweiten Tag auch wieder die Tukane blicken, so dass jeder „seine“ Tukanbilder machen konnte. Nachdem die Standardfotos im Kasten waren, wurden aber alle anspruchsvoller… ein Tukan im strömenden Regen bei Gegenlicht oder ein Tukan, Aracari oder Orupendula im Flug sollte es schon bitte sein. Die Ziele waren gesetzt und es hieß warten, schnell sein und treffen. Ach ja, scharf sollten die Vögel dann bitte auch noch sein ;-). Zum Zeitvertreib gab es dann noch ein paar Kolibris mit und ohne Multiblitzanlage oder ein paar Nasenbären, so dass es wirklich nicht langweilig wurde.

Alle haben die Zeit hier im Norden sehr genossen und waren mehr als begeistert von den fotografischen Möglichkeiten. Wären da bloß nicht diese gemeinen Blackflies gewesen, die einigen von uns übel zugesetzt haben…

Nach diesen vier sehr ereignisreichen Tagen ging es zu unserer letzten Unterkunft, die wunderschön am Fuße des Vulkans Arenal gelegen war. Das Hotel ist wirklich eine kleine Wohlfühloase mit tollen Zimmern, die alle sehr genossen. Nicht nur die Zimmer sind bemerkenswert, sondern auch das Essen, der Pool und natürlich das riesige Gelände der Lodge, wo Curacaos, Nasenbären, Affen und eine reichhaltige Vogelwelt zu Hause sind. Der Grund für unsere letzte Station am Vulkan, war aber ein kleiner Eco-Zoo, dessen Besitzer sich auf Schlangen und die Fotografie derselben spezialisiert haben. Schlangen in der freien Natur rufen meistens ein gewisses Unbehagen hervor, da man nie genau weiß, ob sie einem wohl gesonnen sind. Hier hat man aber die Möglichkeit, heimische Schlangen von giftig bis wunderschön so zu fotografieren, wie man es sich auch in der freien Natur wünschen würde, nur halt mit fachkundiger Unterstützung, so dass man sich keine Sorgen machen muss. Auch wenn es manchmal ein bisschen eng wurde, waren am Ende doch alle super happy, Schlangen und Frösche aus solcher Nähe fotografieren zu können. Wann wagt man sich sonst so entspannt an eine giftige Lanzenotter oder Korallenschlange heran… Während sich die einen am Nachmittag im tollen Pool entspannten, waren andere immer noch auf der Pirsch nach dem ultimativen Foto, von dem sie natürlich bereits unendlich viele Varianten auf den Speicherkarten hatten. Aber es geht immer ja noch besser – so hofft man zumindest :D. Ein sehr leckeres Abendessen rundete den Tag ab und ließ alle müde ins Bett fallen.

Jetzt hieß es so langsam Abschied nehmen…wir brachen am späten Vormittag Richtung San José auf. Über viele Serpentinen ging es hoch hinauf auf über 2100 m, bevor wir uns langsam zur Hauptstadt hinab schraubten. Nach dem Check-in ins Hotel ging es auch schon bald los nach Downtown San José, wo leckere argentinische Steaks für unseren letzten gemeinsamen Abend auf der Speisekarte standen. Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen. Während alle anderen mit vielen schönen Fotos im Gepäck nach Hause flogen, reiste ich mit Silke noch weitere 3 ½ Wochen durch Costa Rica, um nach neuen und spannenden Photo Locations zu suchen. Es war eine super spannende Tour, die das Herz eines jeden Fotografen höherschlagen lässt. Voller Vorfreude blicke ich auf die nächste Tour nach Costa Rica im Jahr 2021, die ein paar kleine Änderungen erfahren wird. Einen ganz besonderen neuen Spot haben wir gefunden, der fest mit ins Programm aufgenommen wird. Ihr dürft also gespannt sein…

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Kommentar von Nathalie E. |

Erstmal vielen Dank Uwe für Deine perfekte Organisation der gesamten Reise. Die ausgesuchten Locations und die Unterkünfte waren sensationell. Genial waren auch die vielfältige Auswahl an Fotomotiven und die verschiedenen Techniken.
Als Anfängerin habe ich unheimlich viel gelernt! ISO, Blende, Belichtungszeit, Weissabgleich, Blitz, immer wieder den Winkel oder die Position wechseln und noch Vieles mehr. Aber dein immer wiederkehrenden Satz ‚achtet auf euren Hintergrund/Bildaufbau‘ ist so wichtig und bei mir nun fest verankert! Dank dem, konnte ich tolle Bilder mit nach Hause nehmen.
José, unser Localguide und Fotograf hat mit viel Herz sein Land uns näher bringen können und auch viele gute fotografische Tipps weitergegeben. Pura Vida, muchas gracias!
Auf diesem Weg noch liebe Grüsse an die Gruppe. Dass es so gut gepasst hat, macht das Erlebnis noch besser!

Antwort von Uwe Hasubek

Liebe Natalie,

vielen Dank für die nette Rückmeldung. Es freut mich sehr, dass es dir so gut gefallen hat...

Liebe Grüße

Uwe

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