Broome - rote Klippen und türkis blaues Wasser (20)

09.09.- 19.09.2023 (140. - 150. Reisetag)

Broome ist ein kleines Städtchen an der Küste, das bekannt für seine wunderschönen Strände ist. Es gibt viele Fotos des rosafarbenen Sandes, des türkisblauen Meeres und den Bäumen, die darin vereinzelt oder in kleinen Gruppen wachsen.

Als wir in Broome ankommen, genießen wir als erstes den touristischen Charme des Ortes und gehen Frühstücken. Das haben wir ewig nicht mehr gemacht. Wir bummeln durch den Ort, werfen einen Blick in die Lädchen und Boutiquen und freuen uns an der Zivilisation.

Wir mieten uns für 2 Nächte auf einem Campingplatz ein, zu dem wir das zweite Paket aus Deutschland haben schicken lassen. So können die letzten Schubladen und das Türschloss, das ohne den Unfall kaputt gegangen ist, reparieren. Letzteres ist so kompliziert, weil die Stangen, die dazu gehören, aus Platzgründen nicht mitgeschickt wurden, dass Uwe ca. 4 Stunden lang daran getüftelt hat, um herauszufinden, an welche Stelle welche Feder wie eingesetzt werden muss. Mit unendlicher Geduld ist er dabei und lässt nicht locker, bis er Erfolg hat. Eine nicht schließbare Tür wäre ja auch keine Alternative gewesen. Trotzdem habe ich seine Ausdauer bewundert.


Wir fahren in den Ort, machen einen Rieseneinkauf und treffen vor Woolworth auf ein blondes Pärchen, das zwischen einem Unimog und unserem Rockhopper steht und eindeutig auf uns wartet.

Jele und Patrick aus Deutschland wollen uns kennenlernen. Sie sind während der Covidzeit hier hängengeblieben, haben sehr viel Zeit auf einer Apfelfarm gearbeitet und einen Unimog ausgebaut. Inzwischen haben sie sich entschieden, in Australien zu bleiben und hoffen, dass sie bald ein Visum dafür erhalten. Die Ungewissheit treibt sie ein wenig um. Sie nutzen ihre Zeit und reisen mit ihrem Auto. Sie unterhalten einen Instagram Account und veröffentlichen regelmäßig ein Video über ihre Tour auf Youtube. So sind sie sehr auf Fotos, Videos und Geschichten ausgerichtet. Wir schnacken und tauschen zuerst die üblichen Fragen und Antworten aus. Später treffen wir uns am Cable Beach, reden weiter und kommen uns näher.

 

Ein wenig südlich von Broome gibt es den unglaublich roten Sandstrand mit türkis blauem Wasser und einzelnen Mangroven im Wasser. Für Uwe ist das eines der absoluten Highlights von Broome. Kurz nach Hochwasser ist die beste Zeit, um dort die gewünschten Fotos zu machen. Uwe ist more than happy – die Fotos sind einfach nur wunder, wunder schön. Er ist schockverliebt und schwärmt noch den ganzen Tag von dieser coolen Lokation.


Am späten Nachmittag fahren wir an den Cable Beach, wo die „berühmte“ Kamelparade stattfindet. Unzählige Touristen reiten auf Kamelen während des Sonnenuntergangs am Strand entlang und wir filmen und fotografieren, was das Zeug hält. Zurzeit ist die Flut relativ niedrig, weshalb man auch die oben beschriebenen Fotos nicht so gut machen kann. Dafür ist das Stehen am Strand sicherer. Schließlich beschließen wir, am Strand zu übernachten. Wir fahren ein wenig weiter raus und suchen uns einen Platz, so weit wie möglich vom Meer entfernt. Zu Zeiten von Vollmond ist die Flut so hoch, dass man im Wasser stände. Die Nacht ist ruhig und der Morgen wunderschön. Ein tolles Licht empfängt uns und wir genießen den Sonnenaufgang mit Blick auf das Wasser und die Dünen gemeinsam mit anderen Overlandern, die hier ebenfalls stehen.


Bevor wir gegen Mittag auf die Halbinsel nördlich von Broome fahren ist mal wieder ein Werkstattbesuch fällig. Wir nehmen seit einiger Zeit ein sehr unangenehmes Geräusch auf Wellblechpisten vorne links an der Vorderachse war, das Uwe inzwischen sehr beunruhigt und das mit jeder Fahrt ein wenig stärker wird. Inzwischen tritt es sogar ab und zu auf Asphaltstraßen auf. Die Werkstatt gibt Entwarnung und sagt, alles was fest sein muss sei fest. Mit einem unguten Gefühl begeben wir uns auf die 90 km lange Wellblechstrecke. Pat kommt zwischendurch mal rüber, um das Geräusch ebenfalls einzuschätzen. Die beiden beraten und gucken und horchen. Uwe telefoniert mit Gütersloh, der Werkstatt seines Vertrauens und Roman, sein Vertrauter in Sachen Rockhopper, kommt auf die Idee, dass es etwas mit der Verbindung der Fahrerkabine zum Fahrgestell zu tun haben könnte. Als wir auf unserem wunderschönen Stellplatz eingerichtet sind, sucht Uwe die entsprechenden Schrauben und tatsächlich lässt sich eine davon um zwei Umdrehungen fester ziehen. Er traut sich einen ganzen Tag lang nicht, zu überprüfen, ob das Problem gelöst ist. Er schläft schlecht und grübelt weiter, da er sich nicht vorstellen kann, dass die Lösung so klein und einfach ist. Aber auf der Weiterfahrt haben wir tatsächlich Ruhe. Uns fällt ein großer Stein vom Herzen und wir sind sehr erleichtert.


Die nächsten drei Nächte verbringen wir gemeinsam auf der Flat Rock Campsite. Unser Stellplatz ist fantastisch, das Wetter traumhaft. Das australische Rot der Felsen ist hier auch tagsüber sehr beeindruckend, dazu der rote Sand und das türkise Meer. Wir nehmen uns die Zeit auszuspannen, Blog zu schreiben, spazieren zu gehen, zu klönen und zu kochen. Die anderen drei machen gegen Abend jeweils eine Badesession, die ein wenig von der Angst vor Krokodilen geprägt ist. Ich habe mir am Wochenende zuvor meine Hundebissnarbe aus Versehen ein klein wenig aufgerissen, so dass ich dem Wasser erstmal fernbleibe.

Da die Umgebung so schön ist, vergessen wir unsere ursprünglichen Pläne und fahren zum James Price Point, wo wir weitere 2 Nächte bleiben. Unser Ehrgeiz voranzukommen und immer mehr zu schaffen, ist ein wenig zum Erliegen gekommen, was uns aber sehr guttut.


Am Sonntag will Jele unbedingt zum Markt in Broome. Uns juckt auch ein wenig der Pfeffer, weil wir wieder in Bewegung kommen wollen. Der Markt ist recht überschaubar, aber sehr gemütlich. Schmuck, Kleidung, Taschen und für Uwe und Patrick Badehosen, deren Stoffe die Landschaft wiedergeben. Uwe ersteht sogar ein Cap in diesen Farben.

Wir fahren dann allein zum Willys Creek. Dort soll es ein Krokodil geben, dass sich bei Niedrigwasser gut sichtbar auf einer Sandbank sonnt und Stachelrochen, die man aus der Luft sehen kann. Der Weg dorthin gestaltet sich überraschend schwierig. An einer ca. 150m langen Strecke ist er so eng mit stacheligen Büschen und Bäumen bewachsen, dass unser Rockhopper leider etliche Kratzer einstecken muss. Kurz vor Ende kommt dann noch eine Herausforderung in Form sehr schräger und schiefer Absätze. Diese bewältigt unser Gefährt aber ohne mit der Wimper zu zucken. Da es inzwischen immer heißer und windstiller wird, haben wir während der Fahrt unsere Klimaanlage angestellt. So wird sie vom Automotor versorgt und wir haben genug Strom für die Starlinkschüssel, die ebenfalls viel Strom frisst. Als wir ankommen, schlägt mir im Auto noch immer dieselbe Hitze entgegen wie zu Beginn der Fahrt. Kaum ist ein Problem gelöst, da tut sich Nächste auf. Die Klimaanlage hat ihren Geist aufgegeben und das nach ca. 30 Stunden Gebrauch. Wir sind entsetzt und genervt. Kann hier denn nichts heile bleiben???

Von unserem Stellplatz aus haben wir einen schönen Ausblick auf die Mündung des Willie Creeks. Uwe lässt die Drohne fliegen, ist aber nicht so wirklich beeindruckt, da die angekündigten Tiere nicht zu sehen sind und die Flussmündung auch keine schönen Farbunterschiede aufweist. Schade!


Am nächsten Nachmittag sind wir wieder gemeinsam mit Jele und Pat am Cable Beach und warten auf die Kamelkarawane. Jetzt ist das Wasser sehr viel höher als ein paar Tage vorher und es ist klar, dass eine Übernachtung am Strand nasse Füße bringen würde. Jele und Pat treffen noch andere Freunde und wir finden einen sehr abgelegenen Übernachtungsplatz in der Nähe.

Am nächsten Morgen geht es nach dem nötigen Einkauf in Richtung Red Beach. Hier entstehen die klassischen Fotos, die ich zu Beginn schon beschrieben habe. Die Farben sind so unwirklich! Wir können uns gar nicht sattsehen. Das Gebiet ist sehr reguliert. Es gibt einen Campingplatz, eine Vogelbeoachtungsstation und gaaanz viele Hinweis- und Verbotsschilder. Wir tasten uns vor und finden doch einige Stellen, an denen man die Drohne gut fliegen lassen kann. Nachmittags sind wir dann beim einsamen Baum, der im Wasser steht und sich auf dem Foto einfach kolossal gut macht. Ich mache mich mit dem Fotoapparat auf die Socken und versuche einige Vögel in dieser grandiosen Landschaft aufzunehmen. Es ist so schön hier. Wir essen abends gemeinsam, trinken einen Aperol und klönen, was das Zeug hält.


Am nächsten Morgen nehmen wir zusammen noch eine Ginverkostung zu uns, die der Verkäufer der Badehosen und des Caps arrangiert hat. Der Schluck, den man da bekommt, ist so winzig, dass man ihn mehr ahnt als schmeckt. Lecker ist er trotzdem!

Nun heißt es wirklich, Abschied zu nehmen. Jele und Pat wollen die Gibb River Road wuppen und wir werden uns weiter gen Süden bewegen.

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